Auswandern nach Kanada oder Australien
 

Auswandern – das Problem mit den Sprachen

(EM) Ein Problem, das viele Auswanderer unterschätzen ist das Sprachproblem. Deutsch hat als Weltsprache u.a. auch durch die beiden Weltkriege viel an Einfluss verloren. Deutschlands Kolonien gingen an andere europäische Mächte verloren, so dass in Togo heute Französisch, in Tansania Englisch gesprochen wird.
 
Hier kommt man mit Deutsch durch
 
Einzig in Namibia, dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika hat das deutsche noch einen offiziellen Status als eine der elf nationalen Sprachen. Amtssprache ist aber auch dort Englisch. Amtssprache ist Deutsch in Österreich, der Schweiz und in Liechtenstein. Außerdem in Belgien (Ostbelgien) und Italien (Provinz Südtirol).
 

USA Abstammung

Bild: Hellblau markiert die US-Counties mit mehrheitlich deutscher Abstammung

In Polen kann Deutsch auf Gemeindeebene teilweise als Hilfssprache verwendet werden. Im kleinen slowakischen Ort Krahule (Blaufuß) ist Deutsch neben Slowakisch zweite Amtssprache. Der Vatikan nutzt Deutsch als Verwaltungssprache und als Kommandosprache der Schweizer Garde. Einen anerkannten Minderheitenstatus hat Deutsch noch in Dänemark, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. In Ungarn hat Deutsch in Sopron (Ödenburg) nahe Österreich einen offiziellen Status.
In vielen anderen Ländern wird Deutsch oder deutsche Mundarten und Abwandlungen als Verkehrssprache genutzt. Besonders ist Südamerika, wo es starke und geografisch isolierte Mennonitensiedlungen gibt, kann man dort mit Deutsch noch gut weiterkommen. Besonders in Paraguay ist dies der Fall. Aber auch in Argentinien, Brasilien und Chile findet man noch größere deutsche Sprachgruppen. In Russland, Kasachstan und Kirgisistan gab es einen hohen Anteil deutschsprachiger, mittlerweile sind diese aber größtenteils  nach Deutschland eingewandert. In Russland wurden sogenannte deutsche Nationalkreise gegründet, wie Asowo und Halbstadt. So soll die Sprache und das Brauchtum auch offiziell geschützt werden.
Auch die traditionellen Einwanderungsländer USA, Kanada, Südafrika und Australien haben einen hohen Anteil deutschstämmiger. Besonders hoch ist deren Anteil in den USA u.a. mit Schwerpunkten in North Dakota, South Dakota, Nebraska, Pennsylvania und Wisconsin. Über 15 % der US-Amerikaner sind deutscher Abstammungen, damit sind sie die stärkste einzelne Gruppe.

Englischkenntnisse öffnen viele Tore

Slawische Sprachen

Bild: Die Slawische Sprachen, aufgeteilt in die West-, Ost- und Südslawische Gruppe

Die slawischen Sprachen sind auch nicht einfach. Polnisch, Tschechisch, Slowakisch gehören zu den westslawischen Sprachen, Slowenisch, Kroatisch, Serbisch, Mazedonisch und Bulgarisch zu den südslawischen Sprachen. Russisch wiederum gehört mit Weißrussisch und Ukrainisch zu den Ostslawischen Sprachen. Damit nicht genug, die Serben, Mazedonier, Bulgaren, Weißrussen, Ukrainer und Russen verwenden auch noch das kyrillische Alphabet.
Ein anderes Alphabet verwenden auch die Griechen, deren Sprache einen eigenen Zweig der indogermanischen Sprachenfamilie darstellt. Eigene Alphabete haben auch die Araber, Armenier, Georgier, Israelis, Koreaner und Thai. Auch die Laoten und Hindus nutzen ihre eigenen Schriftzeichen. Arabisch und Hebräisch gehören in der afroasiatischen  Sprachfamilie zu den semitischen Sprachen. Die Chinesen und Japaner haben Kanji-Schriftzeichen, was die Sprachen für Ausländer nicht unbedingt vereinfacht.
 
Trotz aller dieser Faktoren. Wenn man auswandert, wird man mit Deutsch nicht weit kommen. Es wird sich vielmehr nicht vermeiden lassen, die offizielle Landessprache zu erlernen. Wenn man kein Sprachtalent ist, kann dies schon ein Grund sein, den Wunsch nach Auswandern aufzugeben oder sich zumindest auf Deutschland oder die Alpenländer zu beschränken. Aber, ganz so aussichtslos ist die Situation für deutschsprachige auch nicht. Glücklicherweise lernt man in der Regel heutzutage zumindest Englisch in der Schule. Englisch ist immerhin die wichtigste Fremdsprache der Erde. Die meist gesprochenen Muttersprache der Welt ist übrigens Mandarin.      
 
 
Besonders gut für uns Deutsche: Englisch ist eng verwandt mit unserer Muttersprache. Es gehört gemeinsam mit Deutsch und Niederländisch zu den westgermanischen Sprachen. Englisch ist die offizielle oder de facto Amtssprache in Großbritannien, Irland, den USA, Kanada, Belize, Jamaika, Guyana, Ghana, Nigeria, Südafrika, Indien, Pakistan, Australien und Neuseeland, um nur einige Länder zu nennen.
Außerdem haben einige Ferienparadiese wie die Bahamas, Barbados, Belize, die Fidschis, Malta, Mauritius, Samoa und die Seychellen Englisch als Amtssprache. Somit eröffnet Englisch einem fast schon die halbe Welt. In diesem Punkt können wir den Engländern wirklich einmal dankbar sein.
 
Andere Sprachen 
 
Mit Deutsch und Englisch hat man also eigentlich schon ganz gute Voraussetzungen. Besonders in Europa sind aber auch andere Sprachen notwendig. Wer nach Spanien möchte, wird ohne Spanisch nicht weiterkommen. Frankreich und die Franzosen erwarten Französischkenntnisse. In Italien spricht man Italienisch, in Portugal Portugiesisch und in Rumänien tatsächlich Rumänisch. Alle diese Sprachen sind miteinander verwandt. Sie zählen zu den romanischen Sprachen und stammen alle ab von der Sprache der Römer, dem Latein. Wer das Latinum in der Schule gemacht hat, wird mit diesen Sprachen nicht allzu viele Probleme haben. Mit Spanisch hat man in Südamerika und Mittelamerika schon so gut wie gewonnen, wer aber nach Brasilien möchte sollte sich für Portugiesisch als Fremdsprache entscheiden. 
 
Mit Deutsch und Englisch sind auch die skandinavischen Sprachen verwandt. Dazu zählen Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch und Färöisch. Trotz der Verwandtschaft sollte man diese Sprachen nicht unterschätzen. Besonders bei der Aussprache  wird man sich je nachdem etwas schwer tun. Isländisch und Färöisch sind eine Herausforderung für sich. Die Sprachen verzichten weitestgehend auch Fremdwörter, hier werden viele moderne Erfindungen also noch mit traditionellen Begriffen umschrieben. Internet heißt z.B. auf Isländisch veraldarvefurinn (wörtlich Weltverflechtung).
 
Finnisch, Estnisch und Ungarisch gehören zu den finno-ugrischen Sprachen. Sie sind mit den indogermanischen Sprache nicht verwandt und daher für uns schwer zu erlernen. Grammatikalisch zeichnen sie sich durch viele Fälle aus, es darf also  eifrig dekliniert werden. Ungarn nennt sich offiziell selbst Magyar Köztársaság. Das mag ja noch gehen, aber Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag heißt Minden jót kívánok a születésnapjára! Ungarn ist ein schönes Land, aber man muss es sehr lieben, wenn man diese Sprache auf sich nimmt.
 
Welche Sprache soll ich erlernen?
 
Welche Sprache man zu seiner Muttersprache erlernt, bleibt natürlich letztendlich jedem selbst überlassen.  Wenn man von einem Land und einem Volk fasziniert ist, wird einen auch die schwerste Sprache nicht davon abhalten, in dieses Land auszuwandern. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass es auch Finnen und sogar Japaner gibt, die recht gut Deutsch sprechen. Also muss dies auch umgekehrt möglich sein, oder?!
 
(c) Eric Meier. Kontaktieren Sie den Autor unter eric(at)auswandern-nach.net
 
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