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Bora, Föhn und Scirocco

(EM) Es gibt neben den tropischen Wirbelstürmen auch noch zahlreiche andere Winde. Zunächst einmal wären da die Fallwinde zu nennen. Fallwinde entstehen auf der Lee-Seite eines Gebirges. Es gibt warme Fallwinde, zu denen der Föhn zählt. Er tritt u.a. in den Alpen auf und kann dort vielen Menschen gesundheitliche Probleme bringen.

Der Föhn ist warm und trocken, wodurch er zu einer plötzlichen Erwärmung der Lufttemperatur führt. Dies kann vielen Menschen Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen bescheren. An der Ostseite der Rocky Mountains weht der Chinook, er kann über Nacht die Temperatur von -30 auf +12 °C ansteigen lassen, was 1988 bei den Olympischen Winterspielen in Calgary dazu führte, dass er manche Veranstaltungen erfolgreich sabotieren konnte. Warme Fallwinde gibt es auch in Mexiko (Chanduy), sowie in den Anden in Chile (Puelche) und Argentinien (Zonda). 

Neben den warmen Fallwinden gibt es auch kalte Fallwinde. Sie werden auch kantabatische Fallwinde genannt. Der Bekannteste ist die besonders in der Adria auftretende Bora. Es gibt sie daneben aber auch in anderen Regionen der Erde wie am Schwarzen Meer, Skandinavien und Teilen Japans. Die Bora ist ein kalter, trockener und böiger Fallwind der besonders häufig an der Adriaküste Kroatiens und Montenegros auftritt. Meist weht sie von Nord oder Nordost. Es gibt bekannte Einfallstore wie die Kvarner Bucht, Makarska und bei Risan. Die Bora ist das Ergebnis von starken Kaltluftausbrüchen aus dem Polargebiet. Starke Winde und Böen bis 200 km/h charakterisieren die Bora, es wurden auch schon Maximalwerte bis 250 km/h gemessen. Die Bora tritt meist plötzlich auf und ist daher besonders auch für Seefahrer und Fischer gefährlich. Sie kann außerdem Frost und Schneestürme an die warmen Küstenorte des Mittelmeers bringen. Die Bora prägt auch die Karstlandschaften und vegetationslosen Inseln der Region.

Zu den kalten Fallwinden zählen neben der Bora auch die Geltscherwinde in der Schweiz, der Elvegust (Sno) in den norwegischen Fjorden, die Tramontanas in Italien, Kroatien und Nordspanien sowie der Mistral in der Provence (Frankreich). Der Mistral weht aus Nordwest, kann zunächst auch schwach und warm sein. Dann aber wird er stärker und kann tagelang die Temperaturen senken. Meist hat man dann einen wolkenlosen Himmel und eine gute Fernsicht. Oft wird der Mistral angekündigt von Lenticulariswolken.      

mistral

Bild: Entstehung des Mistral

Es gibt weltweit aber auch noch ganz andere Windphänomene. Ein davon ist der Scirocco, der als heißer Wind aus der Sahara in Richtung Mittelmeer weht. Er weht gleichmäßig meist im Frühjahr und Herbst. Der Scirocco führt große Mengen Sandstaub mit und kann selbst in Mitteleuropa die Windschutzscheiben belegen. Er kann sich je nach Stärke auch zu einem ausgewachsenen Sandsturm entwickeln.

In Uruguay, Paraguay und Argentinien sind die Pamperos berüchtigt. Sie bringen kalte subpolare Luft bis in subtropische Regionen. Durch Schneefall können sie die Sichtweite unter 140 m beschränken. Als Südwestwind stellen sich ihm in Südamerika keine schützenden Gebirge in den Weg, so dass es durch sie in Buenos Aires zu schnellen und deutlichen Temperaturabstürzen kommen kann. Sie können hohe Geschwindigkeiten erreichen und mit ihrer Kraft sogar die Küstenabschnitte Uruguays verwüsten. Ähnliche Winde treten auch in Russland und Japan auf, dort heißen sie Burane bzw. Yamase. 

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