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Erdbeben – Treffende Vorhersagen kaum möglich

(EM) Wer kennt sie nicht, die schrecklichen Bilder von einstürzenden Häusern, Brücken und aufgerissenen Straßen. Erdbeben zählen sicherlich zu den schrecklichsten Launen der Natur. Rein wissenschaftlich bezeichnet man Erdbeben als Erschütterungen der Erdoberfläche. Dabei werden die meisten Erdbeben vom Menschen noch nicht einmal registriert, weil sie vom Menschen nicht wahrgenommen werden.

erdbeben

Bild: San Francisco nach dem schweren Erdbeben 1906

In der Antike schrieben die Menschen das Aufkommen von Erdbeben den Göttern zu. In Japan glaubte man an einen tobenden Drachen und im Mittelalter waren Erdbeben eine Strafe des Herrn. Anfang des 20. Jahrhunderts setzt sich dann die noch heute verbreitete Theorie der Plattentektonik und des Kontinentaldrifts durch. Hiernach kommt es besonders im Grenzbereich der Erdplatten zu Spannungen. Die Platten verhaken sich ineinander und die Spannungen werden durch ruckartige Bewegungen der Erdkruste entladen. Es kommt zu einem tektonischen Beben, die freigesetzt Energie kann bis zum hundertfachen einer Wasserstoffbombe betragen.

Die regionalen Schwerpunkte

Wo aber liegen die Erdbebengebiete der Erde? Nicht überall ist die Wahrscheinlichkeit von Erdbeben gleich. Besonders gefährdete Erdbebengebiete sind solche Regionen und Länder, die genau in den Bruchzonen von tektonischen Platten liegen. Japan z.B. liegt in der Bruchzone der Eurasischen Platte, der Philippinischen Platte und der Pazifischen Platte. Durch die Insellage ist es außerdem auch noch von Tsunamis als Folge von Erdbeben betroffen. Auch Neuseeland, die Philippinen, Indonesien, Taiwan, China, der Himmalaya, der Iran, der Kaukasus, die Türkei, Griechenland, Alaska, Kalifornien, Mittelamerika (pazifische Seite), Teile der Karibik (Jamaika) und Südamerika (pazifische Seite) sind besonders betroffen.

In Europa zählen auch Teile von Montenegro, Kroatien, Albanien, Mazedonien, Italien, Island und Rumänien zu den von Erdbeben stärker bedrohten Regionen. Kaum gefährdet sind Irland und weitere Teile Nordosteuropa (Finnland, Baltikum). In Deutschland ist der Rheingraben, die Kölnerbucht und Aachen stärker gefährdet als Norddeutschland. 

Die Messung und die Einteilung

Seismologen, so nennt man die Wissenschaftler, die sich mit Erdbeben befassen, messen die Stärke eines Bebens u.a. mit der Richterskala. Sie ist eingeteilt in  zehn Magnituden. Wobei 10,0 und mehr eine Globale Katastrophe darstellt, die noch nicht gemessen wurde. Bei einer Magnitude von unter 2,0 spricht man von Mikroerdbeben, die meist nicht vom Menschen gespürt werden. Ab dann spricht man von leichten Erdbeben, ab 5,0 von mittleren Erdbeben. Dies steigert sich ab 6,0 (Stark) über 7,0 (Groß), 8,0 (Sehr groß) bis auf größer 9,0 (Extrem großes Erdbeben).

Erwähnenswert ist die Tatsache, dass ein Punkt auf der Richterskala den vorherigen Punkt um das zehnfache übertrifft. Ein Beben der Stärke 3,0 ist also zehnmal stärker als ein Beben der Stärke 2,0. Registriert und aufgezeichnet werden die Beben von einem Seismographen. Dieses Gerät ist ein Linienschreiber der die Bodenerschütterungen erkennt, lokalisiert und aus den gemessenen Daten  ein Seismogramm erstellt. Der Punkt auf der Erdoberfläche, der senkrecht über dem Hyperzentrum festgestellt wird, ist das Epizentrum eines Erdbebens.

Das stärkste bisher gemessene Erdbeben war das Beben von Valdivia in Chile mit einer Stärke von 9,5, gefolgt von einem Beben im Prince William Sound bei Alaska von 9,2. Das Seebeben (unterseeische Erdbeben) im Indischen Ozean am 26.12.2004 war mit 9,1 das drittstärkste Erdbeben. Das letztere hatte einen Tsunami zur Folge, der hunderttausende Menschenleben forderte und insbesondere die Küstenabschnitte Südostasiens, Indiens und Sri Lankas verwüstet.

Vorhersagen noch kaum möglich

Seitdem Erdbeben auftreten, versuchen Menschen zuverlässige Vorhersagemethoden zu entwickeln. Leider bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Da bei einem Erdbeben mehrere Faktoren komplex zusammenwirken ist die Vorhersage ungemein schwierig. Es konnten zwar Vorläuferphänomene entdeckt werden, diese treten jedoch in deutlichen Abständen auf und konnten bisher nicht zuverlässig gedeutet werden. 1975 konnte ein Erdbeben in der VR China durch die Beobachtung von auffälligen Verhaltensweisen von Tieren erkannt werden. Bei späteren Erdbeben versagte jedoch diese Methode. Es besteht auch die Befürchtung, dass durch eine Alarmierung Massenpanik entstehen könnte, die ebenfalls Todesopfer fordern könnte.

Es bleibt abzuwarten, ob der Forschung bei der zuverlässigen Vorhersage von Erdbeben ein Durchbruch gelingt.

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