Tornados - weltweit eine Gefahr
Tornado – Verwüstungen auf der Tornado Alley
(EM) Das Wort Tornado ist abgeleitet vom spanischen tornar = wirbeln. Dies sagt eigentlich schon vieles über den Charakter dieser Naturerscheinung aus. In den USA nennt man ihn auch Twister, bei uns Großtrombe oder verbreiteter Windhose. Es handelt sich dabei um einen kleinflächigen Luftwirbel, der fast senkrecht drehend Bewölkung mitführt. Fehlt die Bewölkung, spricht man von Kleintromben oder umgangssprachlich von Staubteufeln.
Die Lebensdauer von Tornados kann nicht mit der von tropischen Wirbelstürmen verglichen werden. Die meisten dauern nicht länger als 10 Minuten, sind also eher kurzfristige Erscheinungen. Dennoch können sie enorme Zerstörungen hervorrufen. Im Schnitt bewegen sie sich mit ca. 50 km/h fort, können aber auch deutlich schneller oder langsamer sein. Die interne Rotationsgeschwindigkeit ist das eigentliche Phänomen und macht Tornados zu den schnellsten Winden weltweit. Es wurden schon Windgeschwindigkeiten um die 500 km/h gemessen.

Bild: Ein Tornado als Wasserhose in den Florida Keys
Klassifiziert werden Tornados mit der Fujita-Skala, die sich in Stufen von F0 – F12 steigert. Während F0-Tornados leichte Schäden an Schornsteinen und Baumkronen hervorrufen, können F5-Tornados ganze Holzhäuser aus dem Fundament reißen und Teerstraßen vom Boden absaugen.
Grundsätzlich können Tornados auf der ganzen Welt vorkommen. Tornados treten über Land meist im Frühsommer und in den frühen Abendstunden auf, über Wasser im Spätsommer und morgens. Geografisch sind die USA, besonders die Bundesstaaten Texas, Kansas, Nebraska und Oklahoma gefährdet. Die weiten Ebenen der Great Plains, die Rocky Mountains und der tropische Golf von Mexiko bilden ideale klimatische Voraussetzungen für die Bildung von Tornados. Diese Region nennt man auch die Tornado Alley, es gibt aber auch Tornados in anderen Regionen der USA wie Neu-England und Florida.
1974 zogen am 3. und 4. April im Super Outbreak 148 Tornados über den Süden und Mittleren Westen der USA. 30 von ihnen wurden mit F4 und F5 klassifiziert. Es hab 315 Todesopfer und mehrere Millionen Dollar Sachschaden. Am 3. Mai 1999 ereignete sich der Oklahoma Tornado Outbreak, wo 70 Tornados über Oklahoma, Texas und Kansas hinweg zogen. Insgesamt starben 48 Personen, die Kleinstadt Bridge Creek nahe Oklahoma City, wurde in nur 15 Minuten von einem F5-Tornado verwüstet. Der Tornado hielt 2 h an und erreichte Geschwindigkeiten bis 511 km/h. Damit wäre er fast schon ein F6-Tornado geworden.
Aber nicht nur in den USA treten Tornados auf, u.a. auch in Argentinien, Australien und Südafrika. In Europa kommen sie in der Mitte, im Süden und Südosten des Kontinents vor. Auch Deutschland gehört in Europa zu den gefährdeten Ländern. F5-Tornados sind nicht ausgeschlossen, ein F4-Tornado tobte am 10. Juli 1968 in Pforzheim. Insbesondere aber Nordwestdeutschland, die Benelux-Staaten und Nordfrankreich gehören zu den Regionen, wo Tornados bevorzugt entstehen.
Tornados treten relativ kurzfristig auf, mittlerweile gibt es aber große Fortschritte bei der Früherkennung von Tornadogefahren. Mit dem Doppler-Radar lassen sich verdächtige Rotationen in Gewitterwolken feststellen. Außerdem gibt es in den USA viele ehrenamtliche Spotter, die bei der Beobachtung helfen und aktuelle Gefahren und Hinweise wie Gewitterfallböen, Hagel und Sturzfluten dem Kurzfrist-Warnsystem melden. Eine weitere Gruppe sind die Storm Chaser, die aus Faszination für Tornados bewusst diese aufsuchen und auch filmen. Manch einer mag hierüber den Kopf schütteln, umgekehrt haben sie aber auch schon wertvolle Aufnahmen geliefert, die bei der Erforschung von Tornados behilflich waren.
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