Auswandern - Infos zu den Tsunami-Gebieten
Tsunami – die unkontrollierte Macht des Wassers
(EM) Tsunami kommt aus dem japanischen und bedeutet übersetzt Hafenwelle. Sie werden in der Regel durch Erdbeben auf dem Meeresgrund (Seebeben) hervorgerufen. Seltener sind Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschlag, Unterwasserlawinen oder Abbruch von Berghängen ursächlich. Tsunamis werden nicht durch Wind verursacht und sind zu unterscheiden von Monsterwellen. Während auf dem offenen Meer Tsunamis weniger bemerkt werden, ist ihr Auftreffen auf Land mit immensen Verwüstungen in den Küstenbereichen verbunden.
Sehr häufig treten Tsunamis im Bereich des Pazifischen Feuerrings auf, weil sich hier die tektonischen Platten der Erdkruste übereinander schieben. Damit ein Tsunami entsteht, müssen drei Faktoren zutreffen: Das Beben muss eine Stärke von mindestens 7 auf der Richterskala haben, das Hypozentrum muss nahe der Erdoberfläche am Meeresgrund liegen und die vertikale Verschiebung des Meeresbodens verursacht die darüber liegende Wassersäule in Bewegung. Im Gegensatz zu den üblichen Wellen, die durch Wind entstehen, bewegt sich ein Tsunami mit der kompletten Wassersäule, es sind also alle Wasserschichten betroffen. Eine besondere Gefahr bei Tsunamis ist, dass sich die Küstenlinie kurz vorher zurück zieht, die unwissende Bevölkerung wird dadurch angelockt anstatt sich auf höhere gelegene Punkte in Sicherheit zu bringen.
Das Beben im indischen Ozean 2004
Daher resultieren nur wenige Erdbeben auf der Erde in Tsunamis. Wenn diese Faktoren aber zutreffen, können die Folgen schwer sein als Beben an Land. Das Gefährliche an Tsunamis ist, dass sie sich geografisch weit ausbreiten können. Der Tsunami am 26.12.2004 entstand durch ein Seebeben (9,3) vor der indonesischen Insel Sumatra verwüstete Küstenbereiche in Indonesien, Thailand, Malaysia, Myanmar, Bangladesch, Sri Lanka, Malediven und Indien. Ferner drang die Flutwelle sogar bis nach Ostafrika, so dass sie sogar noch die Seychellen, Tansania, Kenia, Somalia, Südafrika und Madagaskar erreichte. Es gab hunderttausende von Opfern und Millionen verloren ihre Unterkunft. Da es sich um Urlaubsgebiete handelte, warum auch Touristen betroffen, wodurch das Ereignis auch im Fokus der westlichen Medien stand.
Bei einem Tsunami können Menschen durch Ertrinken oder Unterkühlung sterben. Eine weitere Gefahr ist von Gegenständen im Wasser zerquetscht zu werden oder in einstürzenden Gebäuden verschüttet zu werden. Die Infrastruktur wird beeinträchtigt, so dass auch lange nach der Katastrophe die Grundversorgung der Bevölkerung problematisch sein kann, nach einem Tsunami können ebenfalls Epidemien entstehen, weil Leichen nicht schnell genug bestattet werden. Auch die Landwirtschaft kann durch die Versalzung der Böden durch Meerwasser erschwert werden.
Gefährdete Regionen
Besonders gefährdet für Tsunamis ist Japan, allerdings sind dort vielerorts effektive Frühwarnsysteme und Deiche installiert worden. Besonders gefährdet sind auch die flachen Küstenlandschaften im pazifischen Raum wie Teile Indonesiens oder die Salomonen. Da sich die Afrikanische Platte sich und die Eurasische Platte schiebt, kann es auch im Mittelmeer zu Tsunamis kommen. Allerdings seltener und in der Regel in schwächerer Form.
Frühwarnsysteme
Seit dem zerstörerischen Tsunami 2004 ist das Thema Frühwarnsysteme wieder stärker ins Blickfeld geraten. Japan hat bereits ein ausgereiftes Frühwarnsystem, welches als Beispiel dienen kann. Durch Sensoren am Meeresboden, Ozean-Bojen und GPS werden außerdem Messungen vorgenommen, die einen Zeitvorsprung zur Evakuierung von betroffenen Regionen ermöglichen können.
Wie können Sie sich verhalten
Generell sollte man seine Unterkunft in mindestens 300 m Entfernung zum Meer beziehen. Jeden Alarm, auch einen Fehlalarm beachten. Wenn die Uferlinie zurückweicht sollten Sie umgehen einen höheren Punkt in Ihrer Umgebung aufsuchen oder so weit wie möglich ins Hinterland fahren. Wenn dies nicht mehr möglich ist, zumindest auf einem Dach oder Baum flüchten. Die sicheren Orte erst verlassen, wenn definitiv keine Gefahr mehr besteht. Wichtig: Tsunamis haben mehrere Wellen!
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