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Antarktis – der kalte Kontinent


Spricht man von der Antarktis, so meint man meist nur den Kontinent Antarktika auch Südkontinent genannt.
Aber zur Antarktis gehören außer diesem Kontinent noch einige Inseln, ein großer Teil des Südlichen Ozeans und seine Randmeere.

Ein ganz typisches Bild für die Antarktis sind die wirklich gigantischen Eisberge, die sich immer wieder neu bilden durch das Abfließen der Gletscher, dem Schelfeis und abbrechen.

Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht – tief im vom Packeis bedeckten Meer hat sich ein sehr üppiges Ökosystem gebildet.
Unüberschaubar große Schwärme von Krills und anderen Krebstieren bilden hier die Nahrungsgrundlage für die vielen Meeres- und Landtiere.

Das Gebiet der Antarktis ist mehr als doppelt so groß wie Europa und der Kontinent Antarktika mit fast 13,2 Millionen km² immerhin noch 2,7 Millionen km² größer.
Die genaue Größe ist allerdings nicht ermittelbar. Große eisbedeckte Flächen werden von Meeresbuchten überdeckt.

Im westlichen Teil der Antarktis liegt das höchste Gebirge, das knapp 5.000 m hohe Vinson-Massiv und auch der niedrigste Punkt, der Bentleygraben. Dieser Graben liegt 2.555 m unter dem Meeresspiegel.

Feuerland an der Südspitze Südamerikas, das Kap Agulhas in Südafrika, Tasmanien und Neuseeland sind die nächstgelegenen Landmassen.

Die Antarktis kann grob aufgeteilt werden in Westantarktis und Ostantarktis.
Die Trennung dieser beiden Gebiete wird gebildet durch das Transantarktische Gebirge. Über 2.000 km erstreckt dieser Subkontinent zwischen dem Südpol und der Drakestraße.

Hier ist das Klima stark vom Meer geprägt und die Temperaturen sind nicht ganz so extrem wie in der Ostantarktis. Hier kann es immer Sommer auch schon einmal 0 bis +3°C warm werden. Dann sieht man an einigen Stellen sogar den nackten Felsen, das Eis schmilzt.
Die höchste Erhebung in der Westantarktis ist der Mount Vinson mit 4.897 m.

Der unbestreitbar größte Teil des antarktischen Festlandes wird gebildet durch die Ostantarktis . Es sind gute 8 Millionen km², größer als Australien .
Im Norden wird dieser Teil vom Südlichen Ozean umgeben.
Der geographische Südpol liegt hier in der Ostantarktis.


Das Klima ist lebensfeindlich. Die Temperaturen hier sind wesentliche niedriger als in der Westantarktis und Stellen ohne Eis gibt es so gut wie nicht. Es gibt hier Temperaturen von bis zu -88°C.

Der von der Küste am weitesten entfernte Punkt liegt auch hier. Er wird der Pol der Unzulänglichkeit genannt und liegt natürlich unter einem dicken Eispanzer.


Hier im Osten liegt der Eispanzer auch auf dem Festland, also über dem Meeresspiegel und – ganz gegen die allgemeine Erderwärmung – wächst er. In den Jahren 1992 bis 2003 wurden 45 cm Zuwachs gemeldet. Es liegt an der erhöhten Verdunstung über den Ozeanen, die zu stärkerem Schneefall führen.
Vor der Küste Antarktikas liegen im Südpolarmeer einige Inseln. Es sind im Einzelnen die Alexander-I.-Insel, die Balleny-Inseln, die Berkner-Insel, die Elephant-Insel, die Ross-Insel, Südgeorgien, Südliche Orkneyinseln und Südliche Shetlandinseln.

Zu den Gletschern in den Randgebieten gehört auch der längste und größte Gletscher der Erde, der Lambert-Gletscher.

Eine extreme Erscheinung hier in der Antarktis ist natürlich das Tageslicht. In der sog. Polarnacht im Winter scheint die Sonne überhaupt nicht, es ist also durchgehend dunkel. Dafür geht sie im antarktischen Sommer erst gar nicht unter und scheint 24 Stunden.
Trotzdem schmilzt auch dann das Eis so gut wie nicht, weil die Sonne nur sehr flach den Boden berührt und der Schnee ein überaus starkes Reflektionsvermögen hat. So wird die Sonnenenergie nicht aufgenommen und die Abstrahlung ist viel höher als die Einstrahlung. Das nennt man die negative Strahlungsbilanz der Antarktis.

Diese extremen Klimabedingungen führen zu einem sehr geringen Pflanzenvorkommen.
Es gibt lediglich zwei Blütenpflanzen, nämlich das Gras Antarktische Schmiele und der Doldenblütler Antarktischer Perlwurz.
Flechten, Moose, Algen und Pilze sind die überwiegenden Pflanzenarten hier. Das Wachstum der Pflanzen ist sehr langsam. So nehmen z.B. einige Flechten im Laufe von 100 Jahren nur um 16 mm an Durchmesser zu. Fußspuren im Moos können ohne weiteres noch nach Jahrzehnten sichtbar sein.

Auch Tiere gibt es nur wenige hier und eigentlich nur in Küstennähe, da das Meer als Nahrungsgrundlage dient.
Die bekanntesten Tiere der Antarktis sind die Pinguine. Alle Pinguine leben zwar auf der südlichen Halbkugel der Erde, aber nur 5 Arten sind wirklich Antarktisbewohner. Der berühmteste davon ist der Kaiserpinguin, der größte Tauchvogel der Welt.

Weitere Antarktisbewohner unter den Vögeln sind Albatrosse, Kapsturmvögel, Raubmöwen, Seeschwalben, Scheidenschnäbel und Schneesturmvögel. Letztere dringen sogar in das Landesinnere vor.

Säugetiere gibt es nur im Meer. Sechs Robbenarten gibt es hier: die Krabbenfresserrobbe, der Südliche See-Elefant, die Weddellrobbe, die Ross-Robbe, die Pelzrobbe und der Seeleopard.
Wobei die Anzahl der Robben in der Antarktis um einiges höher liegt als in der Arktis.

Eine weitere Gruppe der Meeressäuger sind die Wale. 15 verschiedene Arten sind hier anzutreffen, unter anderem der Finnwal, der Blauwal, der Buckelwal und der Zwergwal. Dazu kommen noch einige Zahnwalarten wie der Schwertwal, der Pottwal und die sog. Entenwale.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auch hier die Population stark dezimiert durch den übermäßigen Wal- und Robbenfang. Die Wale und Robben haben sich von den unkontrollierten Fängen immer noch nicht erholt und immer noch gibt es illegale Fangflotten.

Bevölkerung im Sinne von Dörfern und Städten gibt es hier nicht.
Was es hier gibt, sind über 80 Forschungsstationen in denen im Sommer ungefähr 4.000 Menschen und im Winter nur noch rund 1.000 Menschen arbeiten und dann natürlich auch hier leben. Die Anzahl variiert stark.
Zum Beispiel lebten auf der größten Forschungsstation im Juli 2005 – mitten im antarktischen Winter – 79 Frauen und 162 Männer.

Nicht alle Forschungsstationen sind das ganze Jahr über belebt. So gibt es im südlichen Bereich 82 Stationen, davon sind 37 ganzjährig genutzt.
Die wichtigsten Stationen sind wohl die US-amerikanischen Stationen Palmer und McMurdo, die Amundsen-Scott-Südpolstation und die deutsche Neumayer-Station II.

In der Antarktis sind auch schon mal Kinder geboren. So war Solveig Gunbjörg Jacobsen das erste hier, ein norwegisches Mädchen. Der Geburtstag war der 8. Oktober 1913 und der Ort war die zur Antarktis gehörende Insel Südgeorgien.
Das erste Kind auf dem antarktischen Festland war am 7. Januar 1978 Emilio Marcos Palma in der Nähe der Hope Bay.

Hier leben also nur Menschen, die es berufsbedingt tun müssen und das unter sehr extremen Bedingungen. Sei es die Kälte, die andauernde Dunkelheit oder Helligkeit und die extrem kleinen Lebensgemeinschaften auf engstem Raum. Das ist nicht unbedingt für jeden Menschen geeignet.

Trotz all dieser Umstände nimmt der Tourismus in die Antarktis zu – kaum zu glauben.
Aber gerade diese völlige Abgeschiedenheit, die vollkommen fehlende Infrastruktur, die Witterungsverhältnisse und auch die strengen Umweltschutzauflagen reizen wohl einige Menschen besonders. Dieses Vergnügen ist allerdings nicht billig.
Es gibt Angebote für Kreuzfahrten in die Antarktisregionen und auch Angebote für Landausflüge sowohl auf den Kontinent wie auch auf die Inseln.
Auch ein Kleinflugzeug steht Touristen für den Besuch der Amundsen-Scott-Südpolstation zur Verfügung.
Für besonders waghalsige gibt es sogar die Möglichkeit von Bergbesteigungen oder solch extreme Outdoor-Erlebnisse wie ein Zeltlager.

Die Hauptreisezeit sind die Monate November bis Februar und gestartet wird meist in Ushuaia. Von diesem argentinischen Südzipfel sind es durch die Drake-Passage noch ungefähr zwei Tagesreisen.
Die meisten Touristen kommen aus den USA und gleich danach aus Deutschland.
Ein Beleg für die wachsende Beliebtheit: Waren es 1990/91 nur 1.000 Touristen, so wurden 2002/03 bereits 14.000 gezählt.
Na wer es denn mag...

Aber Auswandern in die Antarktis – den Wunsch kann wohl keiner ernsthaft verfolgen.