Auswandern nach Falklandinseln
Falklandislands – Pinguine und Seelöwen haben die Mehrheit
Basiswissen Falklands
(EM) Die Falklandislands (dt. Falklandinseln) sind ein britisches Überseegebiet vor Feuerland in Südamerika. Die Inselgruppe wird von Argentinien beansprucht und dort als Islas Malvinas bezeichnet. Die Bewohner auf den Falklands sind zum Großteil Nachkommen von Einwanderern aus Nordengland und Schottland. Die Kelpers, wie sie sich selbst nennen sprechen Englisch (ähnlich dem Schottischen und dem Norfolk-Akzent) mit vielen spanischen Lehnwörtern. Die meisten von ihnen sind Protestanten, im Hauptort Stanley gibt es die anglikanische Christ Chuch Cathedral.
Das Überseegebiet der Briten verfügt über die eigene Internet-TLD .fk. Die Inseln haben seit 1985 eine eigene Verfassung. Es gibt ein Parlament mit parteilosen Mitgliedern. Die Regierung wird vom Gouverneur, dem Chief Executive, dem Financial Secretary und drei Parlamentsmitgliedern gebildet. Der Gouverneur der Falklandislands ist zugleich auch Commissioner von Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln (engl. South Georgia and the South Sandwich Islands). Staatsoberhaupt ist die britische Königin.
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Die Falklandinseln haben mit dem Falkland-Pfund eine eigene Währung. Diese ist jedoch an das britische Pfund-Sterling 1:1 gekoppelt. Hauptexportgut der Falklands ist Wolle. Außerdem haben die Fischerei und die Erzeugung damit zusammenhängender Produkte (Häute, Öle) eine Bedeutung. Haupthandelspartner ist Großbritannien. Industrie ist auf den Falklandinseln außer Fischfabriken kaum vorhanden. Es besteht ein Außenhandelsdefizit, die Inseln sind auf Zuweisungen vom Mutterland abhängig. Einnahmen kommen auch durch die Vergabe von Fischfanglizenzen in den Haushalt. Es gibt außerdem einige Ölvorkommen vor den Falklands, die unter anderem von der Falkland Oil & Gas erschlossen werden.
Die Kelpers
Knapp 3.000 Einwohner haben die ca. 200 Falklandislands, von denen Ostfalkland und Westfalkland die größten sind. Ingesamt umfassen die Inseln gut 12.000 qkm Fläche, hiervon entfallen auf Ostfalkland 6.600 qkm und auf Westfalkland 4.500 qkm. Zwei Drittel der Falkländer leben in der Hauptstadt Stanley auf Ostfalkland. Im Hauptort von Westfalkland, Port Howard leben hingegen nur rund. 120 Menschen. Der Rest verteilt sich auf kleiner Siedlungen und Einzelhöfe, die zum Teil sehr weit voneinander entfernt sind.
Bild: Goose Green, eine Siedlung auf Ostfalkland
Noch ca. 1.700 Soldaten der British-Army sind auf den Inseln stationiert. 1982 war es zum Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien gekommen. Die Argentinier hatten die wenigen britischen Verteidiger überrannt. Großbritannien gelang es aber den Falklandkrieg zu seinen Gunsten zu entscheiden und die Inseln zurückzuerobern. Seitdem wurde die militärische Präsenz verstärkt. Noch heute ist das Verhältnis der beiden Staaten gespannt.
Ihre Neuigkeiten erfahren die Inselbewohner u.a. vom Falkland Islands Broadcasting Station (FIBS) und dem Militärsender BFBS Radio Falkland und aus der freitags erscheinenden Zeitung Penguin-News.
Klima, Tierwelt und Landschaft
Das Klima auf den Falklands ist ozeanisch kühl bis subpolar. Es gilt als rau, windig und kalt. Durch den Wind ist es allerdings auch sehr wechselhaft und es kann sowohl schnell auflockern als auch unerwartet Regen geben. In den Sommermonaten (Dezember – Februar) kann es dort Temperaturen um die 20 °C haben. Es regnet oder schneit im Schnitt an 200 Tagen im Jahr. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei knapp 6 °C. Im Sommer können die Tage aber auch sehr sonnenreich sein.
Dafür haben die Falklandislands für Natur- und Tierliebhaber einiges zu bieten. Daher nennt man die Inseln auch das Galapagos des Südens. Bekannt sind die Inseln besonders für die vielen Pinguine. Nur selten kann man so viele unterschiedliche Sorten an einem Ort finden: Felsenpinguine, Magellanpinguine, Königspinguine, Eselspinguine (Gentoo) und Goldschopfpinguine.
Außerdem leben auf den Inseln Seelöwen, See-Elefanten, Mähnenrobben, Königskormorane. Man findet viele heimische Vogelarten wie Albatrosse, den Falklandpieper (endemisch, er lebt also nur hier), Tölpel, Geierfalken und Versicolorenten. Besonders der Schwarzbrauenalbatros und der Dünnschnabel-Sturmvogel sind zahlreich vertreten.
Die vielen Schafe, Pferde, Rinder, Ziegen und die Kaninchen wurden vom Menschen eingeführt. Mäuse und Ratten wurden ebenfalls vom Menschen eingeführt. Auf Südgeorgien wurden mittlerweile Rentiere angesiedelt, genauso wie Guanakos und Patagonische Füchse aus Südamerika.
Die Vegetation ist meist ein Mantel aus zahlreichen Gräsern, wie Klee, Seggen- und Rispengräser. Außerdem findet man kleine Zwerg-Birken. Auflockerung gibt der eingeführte Stechginster, der als Zaunersatz in die Siedlungen gepflanzt wurde und im Frühjahr gelb erblüht. An den Felsen findet man den sogenannten Kelp, wovon die Falkländer auch ihre Eigenbezeichnung ableiten.
Der höchste Berg ist der Mount Usborne (708 m) auf Ostfalkland. Der zweithöchste Berg, der Mount Adam liegt auf Westfalkland mit ca. 700 m. Zwischen den beiden Hauptinseln verläuft der Falklandsund. Ostfalkland wird außerdem durch den Granthamsund und den Coiseulsund tief zerschnitten. Ansonsten ist die Landschaft von den Vergletscherungen der Eiszeiten geprägt. Dabei sind Fjorde, Moore, Rundhöcker und Seen typisch.
Tourismus auf dem Vormarsch
Mittlerweile wurden die Falklandislands auch vom Tourismus entdeckt. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit eignen sie sich aber nicht für einen Massentourismus, sondern eher als ein naturbetontes Individualreiseziel. Sowohl die Tierfreunde -besonders Vogelkundler- werden die Inseln beeindrucken können, als auch Angler kommen auf ihre Kosten.
In Stanley kann man einige gestrandete Segelschiff bestaunen, die südlichste Kathedrale der Welt (Christ Church Cathedral) oder das Postamt besuchen. Die Post ist bekannt für die schönen Sammlermotive, die auf den eigenen Briefmarken der Inseln gedruckt werden. Es gibt einige Supermärkte und Pubs in Stanley. Einige Monumente und das Haus des Gouverneurs fallen ebenfalls ins Auge.
Bild: Die Christ Church Cathedral in Stanley
Einige abgelegene Inseln sind Naturschutzgebiete oder befinden sich in privater Hand. Einige von ihnen sind rattenfrei, so dass dort viele Singvögel leben. Außerdem zahlreiche Pinguinkolonien. Der Singvogel Einfarb-Uferwipper ist besonders zutraulich. In den Buchten können manchmal auch Delfine und einige Wale (Schwertwale) beobachtet werden. Die Bewohner der Inseln haben sich mittlerweile auf den Tourismus eingestellt. Sie zeigen den Touristen das Farmleben, die Schafschur, das Torfstechen und vieles mehr. Außerdem besteht bei Kaffe und Kuchen auch die Möglichkeit zum Gespräch mit den Einheimischen.
Erreichbar sind die Insel über Großbritannien oder Santiago de Chile. In der Hauptstadt Stanley gibt es einige Hotels, in den anderen Orten und Weilern wird man in Privatunterkünften untergebracht. Eine weitere Form die Insel zu erkunden ist sie per Schiff im Rahmen einer Antarktis-Kreuzfahrt zu besuchen. so kann man z.B. von Ushuaia (Feuerland) über Falkland auch Südgeorgien und Südorkney besuchen.
Fazit
Wer sich von dem rauen Klima nicht abschrecken lässt und Naturfreund ist, wird hier begeistert sein. Auswandern nach Falkland ist aber sicherlich eine besondere Herausforderung. Insbesondere aber die Tierwelt (Pinguine, Seelöwen, Robben, Wale etc.) ist einzigartig und wird Ihnen sicherlich lange in Erinnerung bleiben. Dazu die britische Lebensart mit einem Schuss Südamerika, die Falklandislands sind ein Reiseziel der besonderen Art. Dafür sollte man die weite und kostspielige Reise in Kauf nehmen können.
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