Grönland – das Land in dem Santa Claus lebt
Rein geographisch gehört sie zum arktischen Nordamerika – Grönland, die größte Insel der Welt.
Sie gehört aber nicht zu Amerika, sondern ist ein autonomer Bestandteil von Dänemark.

Die Autonomie geht so weit, dass Grönland seit 1985 auch nicht mehr Mitglied der EU und innenpolitisch völlig selbstverwaltet ist. Außenpolitisch wird das Land jedoch immer noch von Dänemark vertreten.
Grönland liegt mit rund 700 km Abstand dem Nordpol am nächsten.
Die Randmeere des Atlantik – im Norden der vereiste Arktische Ozean, im Osten Grönlandsee und Irmingersee und im Westen die Davisstraße und die Baffin Bay – umrahmen die Insel.
Nur knapp 19% von Grönland sind eisfrei, das sind etwa 410.000 km² – ein bisschen mehr als die Fläche Deutschlands.
Das Eis erreicht eine Dicke von 3.000 m, nur die Antarktis hat noch größere Eisdicken.
Das Grönländische Eisschild ist in ständiger Bewegung die Küsten entlang und lässt immer wieder über mehrere Kilometer lange Eisberge entstehen.
Sollte das Eis von Grönland einmal völlig schmelzen, dann steigt das Meer weltweit um gute 6m an und die Insel Grönland würde sich um 600 m heben.
Das erschreckende ist, dass die Eisdecke Grönlands seit 2004 um 240 km 3 schmilzt – das ist ein Vielfaches gegenüber den Vorjahren.
Die Landschaftsform auf Grönland wird geprägt von im Süden leicht gewelltes Hochland. Die Küste ist durch viele Fjorde und Buchten gegliedert. Es gibt sehr hohe Berge die sich im Osten zum Watkins Gebirge auftürmen. Das Gebirge erreicht mit dem Gunnbjørn Fjeld eine Höhe von über 3.600 m.
Das Klima ist polar bis subpolar und wird durch den Golfstrom im Westen etwas gemildert.
Hier gibt es einen ca. 150 km ins Land herein ragenden Streifen der eisfrei ist und eine Tundrenvegetation aufweist. Auch die vorgelagerten Inseln sind eisfrei.
Im Inneren der Insel herrscht eine Temperatur von -70°C. Im Sommer kann es dann schon einmal sehr warm werden – so um die 0°C.
Ein Klima ähnlich dem in Sibirien oder Mittelalaska finden wir rund 100 km von der Küste entfernt, z.B. in der Stadt Kangerlussuag.
Der Name Grönland heißt eigentlich Grünes Land.
Dieser Name stammt wohl aus einer längst vergangenen Zeit. So haben Bohrungen im 2.000 m dicken Eis DNA-Spuren von Pinien, Eiben und Erlen, Schmetterlingen und anderen Insekten zu Tage gefördert. Das Alter dieser Spuren wird auf mind. 120.000 Jahre datiert. Damals muss es hier sehr viel wärmer gewesen sein.
Selbst im Mittelalter war das Land wohl noch grüner. Bis zum 15. Jahrhundert gab es hier Siedlungen von Wikingern, die aber dann aufgegeben wurden. Der Grund dafür soll zum Einen eine Überweidung und eine Kleine Eiszeit gewesen sein, aber auch die Konkurrenz zwischen Thule-Kultur und Inuit.
Heute liegen die Siedlungen und Städte zum allergrößten Teil an der eisfreien Westküste. Hier gibt es einen regen Fischhandel und das Meer friert hier auch im Winter nicht zu.
Zeitweise gab es Forschungsstationen im Inlandeis, nämlich Eismitte und North Ice.
Tiere die hier leben sind zum einen natürlich der Eisbär. Er lebt hauptsächlich im Nordost-Grönland-Nationalpark, übrigens der größte Nationalpark weltweit. Auf dem Treibeis gelangen die Eisbären bis in den äußersten Süden auf der Suche nach Robben, ihrer Hauptmahlzeit.
Es gibt heute wieder mehrere Tausend Moschusochsen auf Grönland. Man nimmt sogar an, hier leben 40% der weltweiten Population der Moschusochsen.
Rentiere , Hermelin, Lemminge und auch der Polarhase und der Polarfuchs sind tierische Bewohner von Grönland. Der Polarwolf lebt nur noch im äußersten Norden.
Von den rund 200 verschiedenen Vogelarten sind 50 das ganze Jahr über hier.
Die am weitest verbreiteten sind Kolkrabe, Dreizehenmöwe, Schneeammer, Eiderente, Odinshühnchen und Alpenschneehuhn.
In Nordostgrönland lebt die wunderschöne Schneeeule.
Rund um Grönland tummeln sich viele Fische wie z.B. Dorsch, Heilbutt, Lachs und Steinbeißer im Meer.
Über 700 Insektenarten gibt es, dazu gehören Hummeln und Schmetterlinge aber auch die Kriebelmücke.
Im Süden Grönlands gedeihen etwa 500 Samenpflanzen, dazu kommen über 3.000 verschiedene Moose, Flechten, Pilze und Algen.
An besonders geschützten Stellen der Fjorde wachsen auch schon mal Bäume wie Birken und Weiden.
Das Pflanzenwachstum allgemein ist recht niedrig und nimmt natürlich Richtung Norden enorm ab.
Die Einwohner Grönlands sind die Inuit.
Sie werden aufgeteilt in 3 Gruppen. Den Hauptanteil haben die Westgrönländer zwischen Upernavik und Nanortalik.
Erst vor rund 100 Jahren trafen die Ostgrönländer in den Gemeinden Tasiilag und Ittoggortoormiit auf Europäer.
In Avanersuaq leben die Nachkommen der letzten Einwanderung aus Kanada, die Polarinuit.
Es gibt eine zum größten Teil dänische Minderheit auf Grönland. Diese machen nur 12% der Gesamtbevölkerung aus und die meisten von ihnen leben in der Hauptstadt Nuuk.
Die Universität in Nuuk ist fast eine familiäre Einrichtung. Nur 120 Studenten gibt es hier die Fächer wie Verwaltung, Kultur- und Sozialgeschichte oder Grönländische Sprach-, Literatur- und Medienstudien belegen. Die Unterrichtssprache ist meist Dänisch.
„Gib mir Schnee, gib mir Hunde – den Rest kannst du behalten!“ Das ist ein Zitat von Knud Johan Victor Rasmussen. Er lebte von 1879 bis 1933, war schon als Kind ein hervorragender Hundeschlittenfahrer und später Polarforscher und Ethnologe.
Er unternahm von Thule aus sieben Expeditionen in das von Eis beherrschte Land.
3000 v.Chr. kamen die ersten Vorfahren der Inuit aus Asien über die Behringstraße nach Alaska und gut 500 Jahre später gingen sie dann nach Grönland.
Im Gebiet des Jakobshavn-Isfjord gibt es alte Jagdplätze aus dieser Zeit.
1000 n.Chr. siedelten hier die Angehörigen der Dorset-Kultur.
875 wurde die Insel vom Norweger Gunnbjørn entdeckt und gleich ganz bescheiden Gunnbjørnland genannt.
Erik der Rote musste im Jahr 982 aus Island fliehen. Sein Ziel war der Südwesten Grönlands. Er gab dann der Insel den Namen Grönland, den altnordischen Namen für Grünland.
Es gibt im Süden Grönlands noch alte Wohn- und Kirchenruinen der nordländischen Siedler.
Zumindest für die Kinder dieser Welt gibt es noch einen ganz besonderen Bewohner auf Grönland, nämlich den Weihnachtsmann.
Jedes erreichen viele Tausend Briefe mit den heimlichen Wünschen das Weihnachtspostamt.
Die Adresse ist übrigens Santa Claus Nordpolen, Julemandens Postkontor, DK-3900 Nuuk.
Im Sommer kann man sogar das Haus von Santa Claus besuchen. Ein kleiner Spaziergang außerhalb der Ortschaft Uumannaq bis zum Fuße des Robbenherzbergs – und schon sind Sie da.
Touristisch ist Grönland mittlerweile sehr beliebt, zumindest bei Menschen die einen etwas anderen Urlaub bevorzugen.
Hier finden Sie Ruhe, zauberhafte Naturschauspiele und die Möglichkeit für einmalige Unternehmungen wie z.B. Hundeschlittenfahrten durch Eisberge und Gletscher oder die Besichtigung der heißen Quellen. Nicht zu schweigen von den Beobachtungen der Eisbären, Rentiere, Polarfüchse und Robben.
Wer sich vorstellen kann nach Grönland auszuwandern, sollte aber auf jeden Fall zumindest in den Grundlagen die Sprache beherrschen.
Die Amtssprachen sind Inuit und Dänisch. Im täglichen Umgang kommt man mit Englisch sehr gut zurecht.