Auswandern nach Anjouan, Komoren

Anjouan – die Heimat der Quastenflosser
(EM) Anjouan ist nach Grand Comore die zweitgrößte Insel in der Union der Komoren. Sie hat eine Fläche von 424 qkm und ca. 250.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Mutsamudu. Amtssprachen sind Komorisch (verwandt mit Swahili) und Französisch. Arabisch ist eine wichtige Verkehrssprache. Auf Komorisch lautet der Name für Anjouan übrigens Nzwani bzw. Ndzouani.
Anjouan ist von allen Komoren-Inseln die mit der stärksten Besiedlung. Die Komorer sind eine buntes Gemisch aus Arabern, Madagassen, Indern, Bantu und Indo-Melanesiern. Es gibt außerdem eine kleine Europäische Minderheit, meist französischer Abstammung. Die Bevölkerung ist hauptsächlich moslemisch (Sunniten).
Die Bevölkerung ist sehr jung und viele Komorer wandern wegen der hohen Arbeitslosigkeit und dem starken Bevölkerungswachstum aus ins nahe Madagaskar. Die Analphabetenquote ist noch recht hoch, die Lebenserwartung niedrig und Malaria weit verbreitet. Es gibt also noch Entwicklungspotential um die Insel für den Tourismus interessanter zu machen.
Etwas Geschichte
1886/87 gelang es den Franzosen die Komoren (Mayotte bereits früher) unter Schutzherrschaft zu stellen. 1909 dankte der Sultan von Anjouan ab. Mit Mayotte wurden die Komoren vom Generalgouverneur von Madagaskar verwaltet. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Inseln vorübergehend von den Briten besetzt. 1946 erhielten sie den Status eines französischen Überseegebietes mit einer gewissen Autonomie. 1968 erhielten sie die volle innere Autonomie und das Wahlrecht. 1975 wurden die Komoren unabhängig. 1997 erklärten Anjouan und Moheli ihre Unabhängigkeit von den Komoren. 2001 erhielten die Inseln innerhalb der Union der Komoren mehr Selbstverwaltung.
Wirtschaft und Tourismus
Wirtschaftlich sind die Komoren noch zum Großteil auf Entwicklungshilfe angewiesen. Haupterwerbszweig ist die Landwirtschaft, die u.a. Fisch, Ylang-Ylang, Mais, Maniok, Jams, Bananen, Reis und Süßkartoffen umfasst. Auf Plantagen werden Vanille, Pfeffer, Sisal, Kakao und Gewürznelken angebaut. Anjouan unternimmt zur Zeit Anstrengungen sich als Offshore-Finanzplatz zu etablieren.
Das Straßennetz ist noch schwach entwickelt, aber Anjouan besitzt eine ringförmige Küstenstraße. Der internationale Flughafen liegt auf Grande Comore, auf Anjouan ist mit Mutsamudu der wichtigste Hafen. Der Tourismus wird besonders von Frankreich und Südafrika gefördert. Die meisten Gäste kommen aus Frankreich.
Mutsamudu besteht seit 1492 und bietet einige alte terassenförmig angeordnete Häuser, schöne Gässchen sowie eine portugiesische Zitadelle (18. Jahrhundert). Die gepflegten Gärten und Häuser in der Stadt Domoni sind sehenswert.
Auswandern nach Anjouan sollte man erst, wenn man die Insel einige Male bereist hat!
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