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Südtirol - ab dem Brenner lacht meist die Sonne

(EM) Wem zaubert dieses Wort kein Lächeln ins Gesicht? Denke ich an Südtirol denke ich an Sonne, frische und saubere Natur, Gastfreundschaft und natürlich die Berge, die hier besonders hoch sind. Wenn man von Norden über den Brennerpass oder Reschenpass nach Südtirol einreist, wird meist von der Sonne begrüßt. Südtirol verfügt über ein mildes Klima und ist ein ausgesprochen vielseitiges Ferienparadies. Es bietet vielseitige Möglichkeiten zur Erholung und zum Kräftetanken.
Neben den unzähligen Wandermöglichkeiten bietet es auch Möglichkeiten für Kletterbegeisterte, Skifahrer und Wassersportarten. Seine landschaftliche Schönheit mit den Dolomiten, Bergseen, gepflegten Dörfer, reizvolle Städte wie Meran und Bozen, Burgen und Schlösser und nicht zuletzt die herzlichen Menschen haben schon so manchen Besucher zum regelmäßigen Besuch überzeugt. Aber auch kulturell und geschichtlich hat Südtirol einiges zu bieten. Doch zunächst einige Grundlagen über Südtirol.
Südtirol, amtlich Autonome Provinz Bozen ist eine der beiden autonomen Provinzen der italienischen Region Trentino-Südtirol. Diese bildet die nördliche Region Italiens.
Name:
Südtirol (italienisch: Alto Adige, Oberetschland)
Region:
Trentino-Südtirol
Hauptstadt:
Bozen (ca. 100.000 Einw.)
Fläche:
7.300,97 km2 (Rang 1)
Einwohner:
ca. 490.000 (Rang 37)
Bevölkerungsdichte:
66 Einwohner/ km2
Landeshauptmann:
Luis Durnwalder (SVP)
Sprache:
Deutsch, Italienisch, Ladinisch
Höchster Berg:
Ortler (3.905 m)
Bevölkerung
Rund 70% der Menschen in Südtirol geben Deutsch als ihre Muttersprache an, gut 25% Italienisch und ca. 4,5% Ladinisch. Die Dörfer sind meist mehrheitlich von der deutschen Sprachgruppe geprägt, Bozen dagegen mehrheitlich von der italienischen. In Meran sind beide Sprachgruppen nahezu gleichauf, während Brixen mehrheitlich deutschsprachig ist. Die Ladiner haben in einigen Berggemeinden die Mehrheit.

Bild-Quelle: Südtirol Marketing
Geografie
Südtirol ist von Norden über den Brennerpass gut zu erreichen, für 2020 ist außerdem der Brennerbasistunnel geplant. Es liegt an der Alpensüdseite und biete selbst im Winter in den Tallagen ein mildes Klima mit deutlich mediterranen Zügen. Der Ortler ist mit 3.905 m der höchste Berg von Südtirol. Weitere bekannte Berge sind der Rosengarten und der benachbarte Schlern. Die bekannten „Drei Zinnen“ befinden sich im Osten Südtirols. Die Haupttäler sind das Etschtal, das Eisacktal, die Vinschgau und Pustertal.
Bekannte Seen sind u.a. der Reschensee (Vinschgau), der Haidersee (Vinschgau), der Pragser See (Pragser Dolomiten), der Kalterer See, der Vernagt-Stausee (Schnalstal), der Toblacher See, die Montiggler Seen (Überetsch), der Mühlwalder See und der Karersee bei Welschnofen.
Die größten Gemeinden Südtirols sind Bozen/ Bolzano (100.000) und Meran/ Merano (36.000). Insgesamt gibt es 116 Gemeinden in Südtirol, übergeordnet sind acht Bezirksgemeinschaften. Bozen als Landeshauptstadt ist gleichzeitig auch Bezirksgemeinschaft.
Geschichte
Die Region ist seit der mittleren Steinzeit besiedelt (Mesolithikum). Im Sommer hielten sich die Menschen vorwiegend oberhalb der Baumgrenze auf. Zahlreiche archäologische Fundstellen auf dem 7.-4. Jahrtausend v. Chr. belegen dies. In der Jungsteinzeit besiedelten die Menschen die fruchtbaren Mittelgebirgsterassen entlang der Haupttäler. Wichtige Funde: Hauslabjoch (Ötzi), Hügel von Schloss Juval und Plunacker in Villanders. In der Bronzezeit brachte der Kupferbergbau einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Die späte Bronzezeit und ältere Eisenzeit wurde hier durch die Träger der Laugen-Melaun-Kultur bezeugt. Räter waren in der jüngeren Eisenzeit die Träger der Fritzens-Sanzeno-Kultur und damit die erste namentlich bekannte Urbevölkerung im mittleren Alpenraum. Ab 59 v. Chr. war Südtirol Teil des Römischen Reiches was zahlreiche Meilensteine und Straßenstationen (Sebatum im Pustertal, Sublavione im Eisacktal) belegen. Zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert wanderten die Bajuwaren ein, die dort auf die Langobarden und romanisierten Ureinwohner trafen. Dies wird durch Fundstellen wie der Hügel von Kloster Säben bei Klausen, die Kirche St. Prokulus bei Naturns und die Castelfeder bei Auer belegt.
Das Gebiet wurde Teil des Frankenreiches und später des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Durch die strategisch günstige Lage entlang der Passstraßen nach Italien erhielt es besondere Bedeutung. 1004 und 1027 wurde gingen große Teile an die Bischöfe von Brixen und Trient. Deren Vögte, die Grafen von Tirol brachten das Land unter ihre Herrschaft und gaben dem Land zusammen mit den Talschaften nördlich des Brenners den Namen Tirol.
Aus dieser Zeit stammen viele Burgen und Südtirol ist noch heute eine der burgenreichsten Gegenden Europas (Schloss Tirol, Burg Taufers, Burg Hocheppan, Schloss Runkelstein etc.). Durch Margarethe von Tirol (später Maultasch genannt) ging die Grafschaft 1863 an die Habsburger über, die das Land fast durchgängig bis 1918 regierten.
1810 ging ein Teil von Südtirol zusammen mit dem Trentino erstmals an das kurzlebige Königreich Italien. Österreich konnte 1813 die Teile allerdings wieder eingliedern. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Italien im Vertrag von Saint-Germain u.a. das Trentino und Südtirol zugesprochen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Südtirol ein Teil Italiens, die Südtiroler erhielten jedoch in dem Gruber-De-Gasperi-Abkommen Autonomie (Erstes Autonomiestatut) zugesichert. Österreich wurde als Schutzmacht akzeptiert. Die Umsetzung der Autonomie durch Italien erfolgte jedoch sehr schleppend und Österreich verklagte 1960 Italien vor der UNO. Italien wiederum sprach ein Veto gegen Österreichs Beitritt zur EWG aus.
Es wurde eine Kommission (Neunzehnerkommission) eingesetzt, die eine Reihe von Gesetzes- und Verfassungsänderungen beinhaltete. 1972 wurde das Paket (Zweites Autonomiestatut) ratifiziert. Nachdem die weitgehende Autonomie umgesetzt wurde, konnte sich Südtirol zu einer der reichsten Regionen Europas entwickeln.
Politik
Das Parlament der autonomen Provinz ist der Südtiroler Landtag (ital.: Consiglio provinciale). Durch das Autonomiestatut kommen dem Landtag besondere Befugnisse und Kompetenzen zu. Er besteht aus 35 Abgeordneten, die Legislaturperiode beträgt 5 Jahre. Die Mitglieder des Landtages sind ebenfalls auch Mitglied des übergeordneten Regionalrates (Consiglio regionale) der Region Trentino-Südtirol.
Der Landesregierung (Giunta provinciale) hat 11 Mitglieder, ihr steht der Landeshaushauptmann (Presidente) vor. Sie besteht neben diesem aus seinen Stellvertretern und den Landesräten. Die zwei Stellvertreter gehören jeweils einmal der deutschen und einmal der italienischen Sprachgruppe an. Die sprachliche Zusammensetzung der Landesregierung muss der des Landtages entsprechen. Landeshauptmann ist bereits seit 1989 Luis Durnwalder (SVP), Stellvertreter Otto Saurer (SVP) und Luisa Gnecchi (Centrosinistra-Mitte Links Projekt).
Medien
Die älteste und häufigste Tageszeitung ist die Dolomiten (deutsch), gefolgt von der Alto Adige – Corriere delle Alpi (italienisch). Außerdem gibt es noch den Lokalteil des Corriere della Sera (Corriere dell´Alto Adige) und die Neue Südtiroler Zeitung. Als Wochenblatt erscheinen das Südtiroler Wochenmagazin, das Katholische Sonntagsblatt, die Südtiroler Wochenzeitung und Il Segno. Außerdem gibt die Union Generela di Ladins, die Dachorganisation der Ladinerverbände, die Usc di Ladins (Stimme der Ladiner) heraus.
Rai Sender Bozen sendet sein Radio- und TV-Programm in allen drei Landessprachen aus. Der ORF hat eine Außenstelle des Landesstudios Tirol in Bozen und sendet mit Südtiroler Regionalfenster. Die RAS (Rundfunk Anstalt Südtirol) sendet auch einzelne Programme aus Deutschland und der Schweiz. Beliebte Radioprogramme sind u.a. Südtirol1, Rai Sender Bozen, Radio Tirol, Radio 2000, Antenne aus Südtirol, Radio Holiday und Radio Sonneschein.
Wirtschaft
Südtirol ist wirtschaftlich stabil und gut aufgestellt. Nach dem Bruttoinlandsprodukte ist Südtirol die reichste Region Italiens. Die Arbeitslosenquote liegt bei unter 3% womit Südtirol eine quasi Vollbeschäftigung aufzuweisen hat. Südtirol ist rohstoffarm und durch sein mildes Klima und die beeindruckende Landschaft stark auf den Tourismus ausgerichtet.
Besonders um Meran (Kurtourismus) und in den Wintersportzentren entwickelte sich der Tourismus hervorragend. Neben den Kurorten ist im Sommer Südtirol auch für Aktiv-Urlauber gefragt.
Wanderer zieht es ebenfalls nach Südtirol, da sie neben der herrlichen Landschaft dort auch meist gut ausgebaute und übersichtlich markierte Wanderwege vorfinden. Besonders die noch ursprünglichen Täler wie Ultental und Schnalstal sind sehr beliebt. Auch im Bereich Obstanbau profitiert Südtirol durch sein günstiges Klima. 10% (2% Weltweit) der in der EU angebauten Äpfel kommen aus Südtirol.
In Südtirol werden auch exzellente Weine angebaut und produziert. Bekannt sind Vernatsch und Weißburgunder. Als Weißweinregion gilt Südtirol als eine der besten Regionen Italiens (Gewürztraminer). Mit 5.100 ha ist Südtirol eine der kleineren Anbauregionen Italien. Auch in Südtirol setzt man auf Innovationen, daher wurden forschungs- und bildungssichernde Institutionen geschaffen (wie z.B. die Europäische Akademie in Bozen).
Dabei setzt man vor allen Dingen auf umweltbewusste Technologien wie Biomasse, Wasserkraft und Solaranlagen in der Energiewirtschaft. Auch eine vorbildliche Gebäudeisolierung ist verbreitet und bestätigt moderne und umweltfreundliche Wirtschafts- und Wohnregionen. Reisen nach Südtirol sind für Naturbegeisterte, Bergfreunde, Alpenfans, Wintersportler und nicht zuletzt Kultur- und Geschichtsbegeisterte genau das Richtige. Die Freundlichkeit der Einheimischen, das sonnige Wetter und die Möglichkeit mit Deutsch wunderbar durchzukommen, machen Südtirol zu Recht zu einer Top-Urlaubsdestination für deutsche Reisende. Auswandern nach Südtirol ist sicher auch denkbar.
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