Auswandern nach den Turks- and Caicos

Turks- and Caicosislands – Flamingos, Buckelwale und karibische Kolonialgeschichte
(EM) Die Turks- and Caicosislands sind ein britisches Überseeterritorium im Vereinigten Königreich. Bekannt sind die Inseln nicht nur als schönes Urlaubsziel, sondern auch als Steuerparadies. Die Regierung verzichtet nämlich auf Einnahmen aus der Einkommens-, Kapital- und Eigentumssteuer. Amerikaner und Kanadier nutzen die Paradiesinseln oft für ihre persönliche Traumhochzeit.
Über den Ursprung des Namens gibt es einige Theorien. Der Name soll angeblich vom endemischen Türkenkopfkaktus stammen. Eine andere Erklärung ist, dass die Inseln damals ein Schlupfwinkel für Piraten waren. Diese wurden von den Engländern Turks genannt, ihre Schiff Caiques.
Die Turks- and Caicosinseln ziehen durch die günstigen Bedingungen und die politische Stabilität einige Investoren und Projektentwickler an. Die Regierung achtet aber bei der Umsetzung der vielen Vorhaben insbesondere auf die Umweltverträglichkeit. Ein Großteil der Flächen steht auf den Eilanden unter Naturschutz. Ein Teil der eingenommenen Beherbergungssteuer fließt außerdem in die Erhaltungsfonds zum Schutze der Natur. Das Beschädigen und Entfernen von Korallen und das Harpunieren von Rifffischen ist frühzeitig verboten worden. Gerade deswegen ist die Unterwasserwelt hier ein Geheimtipp für Taucher.

Die kleinen Inseln mit ihren ca. 33.000 Einwohnern sind sehr aktiv. Sie haben sogar einen eigenen Fußballverband, der Mitglied der FIFA ist. Die Inseln nehmen an den internationalen Qualifikationen zu den jeweiligen Meisterschaften teil. Eine Internetseite aus den Turks- and Caicos erkennt man an der Internet-TLD .tc.
Bei aller Eigenständigkeit aber ist die Queen von England das Staatsoberhaupt. Als Nationalhymne wird God save the Queen gesungen. Die Queen wird durch einen Gouverneur auf den Inseln vertreten. Der Regierungschef (Premier) der Kronkolonie wird von den Inselbewohnern gewählt. Er und seine Minister stehen dem Selbstverwaltungsorgan, dem Parlament vor.
Ganz unbritisch geht es beim Geld zu, denn bezahlt wird mit dem US $.
Die Inseln wurden vermutlich bereits von Kolumbus entdeckt. Offiziell gilt jedoch Juan Ponce de León als Entdecker. Die ersten Siedler kamen von den Bermudas und der Besitz wechselte zwischen Spanien, Frankreich und den Briten. Sie waren 1776 Zufluchtsort für einige Getreuen der britischen Krone, die vor den amerikanischen Rebellen flüchteten. Die Briten verwalteten die Kolonie von 1776 – 1848 als Teil der Bahamas, ab dann gemeinsam mit Jamaika. Jamaika wurde 1962 unabhängig und so wurden sie eine eigenständige Kronkolonie.
Die Inseln haben insgesamt eine Fläche von ca. 403 qkm und etwa 33.000 Bewohner, die sich selbst als Belongers bezeichnen. Sie sind hauptsächlich afrikanischen Ursprungs. Das Territorium wird gebildet durch die beiden Inselgruppen der Turkislands und der Caicosislands. Mit nur 920 km Entfernung zu Miami ist dieser Teil der Karibik für US-Amerikaner gut erreichbar. Die Inselgruppen bilden die Ausläufer der Bahamas, liegen nördlich von Haiti und liegen streng genommen schon im Atlantik. Trotzdem werden sie im Allgemeinen der Karibik zugeordnet.
Dies könnte unter anderem an den für die Karibik typischen weißen und kilometerlangen Sandstränden mit kristallklaren, türkisem Wasser liegen. Nur die wenigsten der 40 Inseln sind bewohnt. Die acht Hauptinseln heißen Grand Turk, Salt Cay, South Caicos, East Caicos, Middle Caicos, North Caicos, Providenciales und West Caicos.
Die Inseln bieten ideale Möglichkeiten für Bade-, Strand- und Unterwasservergnügen. Sie können auf den Turks- and Caicos fischen, tauchen, surfen oder Wasserski fahren. Sogar Golfen ist dort möglich. Viele einsame Strände und Gewässer warten auf Ihre Entdeckung.
Das Wasser und die Korallengärten um die Islands wimmeln von tropischen Fischen und anderen Meeresbewohnern, wie die bekannten Hummer (Conch), Adlerrochen, Mantas und Karettschildkröten. Die Caicosinseln bieten in einem Netz von Meerwasserrinnen Krebsen, Krabben und Langusten ausreichend Lebensraum. Größere bodenlebende Wirbeltiere sind der Wirtelschwanzleguan und eine ungiftige Schlankboa. Die Vogelwelt ist sehr üppig: Man findet den Roten Flamingo, den Rubinkehl-Kolibri und andere Tropenvögel. Im Frühjahr trifft man Rotschwanzbussard und den Baltimoretrupial auf seiner Durchreise.
Provo, die Bekannteste
Providenciales, kurz Provo genannt, ist die bekannteste Insel und bietet ein großes Angebot an Hotels, Luxus- und Spaanlagen, Restaurants, Ferienanlagen, Tauchschulen, Sportanlagen, Nachtleben und Events. Die Grace Bay Beach ist 19 Kilometer lang und gilt als eine der zehn schönsten Strände weltweit. Auf den 97 qkm der Insel, haben acht Nationalparks Platz.
Auf Provo finden Sie herrliche Riffe, Korallen, bunte Meeresbewohner, Wassersportmöglichkeiten und können nach außerdem noch nach alten Wracks tauchen. Die Caicos Conch Farm ist eine Besonderheit, denn hier können Sie sämtliche Entwicklungsstadien des Hummers beobachten.
Verlassene Strände und Steilwandtauchstellen warten im Meeresnationalpark Northwest Point auf Sie. Vogelliebhaber kommen im Chalk Sound Nationalpark auf ihre Kosten. Dort leben unzählige Vogelarten am türkisfarbenen Inlandsee. Schöne und abgelegene Strände sind die Sapodilla Bay in Chalk Sound und die Malcolm´s Bay im Nordwesten der Insel. Die ältesten Siedlungen auf Provo sind The Bight, Five Cays und Blue Hills.
Faszinierend ist auch Cheshire Hall, ein historischer Platz mit Überresten von Plantagenhäusern der damaligen britischen Flüchtlinge. Von Leeward Marina kann man mit einer kurzen Bootsfahrt zu den Inseln Mangrove Cay, Donna Cay und Little Water Cay übersetzen. Hier leben ca. 5.000 Felsenleguane (Little Water Cay), Fischadler, Flamingos, Pelikane in den Naturschutzgebieten.
Grand Turk, das Zentrum
Auf Grand Turk (20 min. vom Flughafen Provo) und Salt Cay erhalten Sie einen Einblick in die Geschichte der Inseln und der Karibik. Grand Turk hat außerdem die Hauptstadtfunktion. Der Regierungssitz Cockburn Town (seit 1766) liegt ebenfalls auf Grand Turk. Der Ort wurde bereits 1681 von Salzsammlern gegründet.
Die Stadt bietet schöne historische Architektur und vermittelt interessante Eindrücke. Heute befinden sich in einigen Handelshäusern aus der Blütezeit der Salzgewinnung stilvolle Hotels, die eine Übernachtung lohnen. Im Schatten von Bougainvillea und gelbem Holunder können Sie die Stadt und die Historie bei einem Spaziergang aufnehmen. Ein weiteres Gebäude in diesem Stil ist die Residenz des Gouverneurs, welche sich direkt am Strand im Columbus Landfall Park befindet. Grand Turk wird gerne von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Trotzdem hat die Insel ihren Charme als idyllische Karibikinsel bewahrt.
Auch Grand Turk bietet Tauchern eine Steilwand von immenser Tiefe. Der Leuchtturm gehört zum National Trust und wurde 1852 aus England angeschifft und hier komplett neu aufgebaut. Im Februar und März kann man hier Buckelwale beobachten. Sehenswert ist auch das Round Cay Schutzgebiet. Im Turks- und Caicos Nationalmuseum kann man das Molasses Riff Wrack bewundern, das eines der ältesten Schiffswracks ist. Im steinernen Guinep House kann man auch eine Sammlung der Lucayan Indianer anschauen. Aber auch jüngere Geschichte wurde hier geschrieben: Scott Carpenter und John Glen kamen nach dem ersten US-Weltraumflug genau am Strand von Grand Turk per Wasserlandung wieder zurück zur Erde.
Salt Cay, Buckelwale und Meeresschildkröten
Die kleine Insel Salt Cay war früher vom Walfang geprägt. Im Februar und Anfang März kann man die Buckelwale nordwärts ziehen sehen. East Caicos, ebenfalls unbewohnt, hat einen 27 Kilometer langen Strand, der von Meeresschildkröten zur Eiablage aufgesucht wird. Hier finden sich nebenbei noch Überbleibsel von Höhlenmalerei, die eine frühere Besiedlung belegen.
North Caicos, üppige Pflanzenwelt
Die Insel mit der üppigsten Pflanzenwelt ist North Caicos. Mit dem Boot oder Flugzeug erreichen Sie die Insel von Provo in wenigen Minuten. Hier fällt reichlich Niederschlag und so können die Pinienwälder weit in das Hinterland reichen. Man findet ferner Zuckeräpfel, die süßen Sapodillas (Kreuzung aus Feige und Kiwi) und Guineps. Zahlreiche wilde Tiere haben hier Zuflucht gesucht und North Caicos bietet Okö-Tourismus mit Nationalparks und Naturschutzgebieten. Die meisten Hotels findet man im Ort Whitby, wo kilometerlange weiße Strände den Besucher empfangen. Im Naturschutzgebiet Flamingo Pond findet man hunderte Flamingos, genauso wie im Three Mary´s Cays-Schutzgebiet. Viele Vögel findet man auch am Cottage Pond. Das runde Süßwasserloch ist entstanden durch den Einsturz einer Höhle. Am Sandy Point dagegen findet man wieder die für die Inseln so typischen wunderschönen Sandstrände. Die Insel ist im Gegensatz zu den anderen fruchtbar, hier können Limonen, Bohnen, Papayas und Tomaten geerntet werden.
Der wirtschaftliche Hauptort von North Caicos ist jedoch Bottle Creek. Der Ort befindet sich an der Ostküste an einem flachen Abschnitt mit türkis schimmernden Wasser, der eine Verbindung zwischen dem Atlantik und den Caicos Bank darstellt. Der Creek bietet sich für Kanutouren an. Wenn man einige Kilometer gerudert ist, kann man sich im seichten Wasser etwas treiben lassen.
Middle Caicos, Ökotourismus und Kultur
Middle Caicos ist 15 min. per Flugzeug von Provo entfernt und die flächenmäßig größte Insel. Deswegen wird die Insel auch gerne Grand Caicos genannt. Auf der Insel treffen sich Ökotourismus und Kultur aufeinander. Es besteht die Möglichkeit die regionalen Speisen kennenzulernen, Handwerkerkunst zu entdecken oder die Höhlen im Conch Bar im gleichnamigen Nationalpark zu besuchen. Hier findet man nicht nur Lagunen, sondern auch drei Arten von Fledermäusen und zahlreiche archäologische Funde der Arawak-Indianer. Auch die hier befindlichen Kalksteinhöhlen und Höhlensalzseen sind einen Besuch wert. Ebenso die Tropfsteinhöhlen bei Lorimers. Die Küste bietet sich für eine Fahrradtour an, die Sie mit einem Picknick im Mudjin Harbour abschließen können. Auf Middle Caicos gab es viele Baumwollplantagen, deren Überreste heute noch vorzufinden sind. Im Westen sollte man die Naturschutzgebiete Ocean Hole und Vine Point besuchen. Hier leben Fregattenvögel und im Meereskrater leben Schildkröten, Bonefische und Haie.
South Caicos, Paradies zum Schnorcheln
South Caicos (the Big South) ist ein Paradies für Taucher und Schnorchler. In den flachen Gewässern des Bell Sound-Naturschutzgebietes findet man ebenfalls zahlreiche Fische, wie den Bonefisch. Interessant zum Tauchen ist auch Amos Wall, Eagle Nest, Shark Alley und The Arch. Ein Highlight ist auch die ca. 2.000 m tief ins Meer abfallende Steilwand. Der Hauptort ist Cockburn Harbour. Hier ist der beste Naturhafen der Eilande und daher verwundert es nicht, dass man hier auch eine Fisch-, Schnecken und Hummerverarbeitung angesiedelt hat. Ende Mai wird hier die South Caicos Regatta veranstaltet.
West Caicos, Korallen und Flamingos
West Caicos, weit im Westen der Caicosinseln ist unbewohnt. Einst war es wegen der Sisalproduktion bewohnt und noch heute kann man die Überreste wie eine Sisalpresse, eine Lokomotive und Dampfmaschinen von Yankee Town besichtigen.
Sportfischer und Unterwasserfreunde werden sich auf West Caicos wohl fühlen, bietet sie doch einige der besten Tauchplätze der Inseln. Purpurne Röhrenkorallen, Geweihkorallen und Rope Sponges können Unterwasser gefunden werden. Das Lake Catherine Naturschutzgebiet wartet mit Flamingos, Enten, Sumpfvögeln und Fischadlern auf.
Reiseinfos für die Turks – and Caicos
Direktflüge zu den Turks- and Caicos gibt es von Atlanta, Boston, Charlotte, Fort Lauderdale, Miami, Philadelphia, Toronto, Kingston (Jamaika) und Nassau (Bahamas). Von Europa erreichen Sie das Urlaubsparadies von London aus. Der Hauptflughafen ist auf Provo. Die Inseln North, Middle und South Caicos, Grand Turk und Salt Cay können mit örtlichen Fluglinien erreicht werden.
Als Deutscher benötigt man zur Einreise einen Reisepass und ein Weiterreiseticket. Ein Visum ist nicht erforderlich. Auf den Inseln herrscht Linksverkehr, allerdings haben die meisten Autos das Lenkrad trotzdem links. In den Hotels findet man meist auf einen Internetzugang, andernfalls können Sie auf ein Internetcafé ausweichen.
Das Klima ist das ganze Jahr über subtropisch und angenehm. Im Schnitt haben die Inseln 350 Sonnentage im Jahr. Von Juni bis Oktober herrschen meist Temperaturen zwischen 29 und 32 °C. Die Wassertemperatur beträgt im Sommer 28 – 29 °C. Im Winter ist es zwischen 2-5 °C kühler. Auf Grand Turk liegt der jährliche Niederschlag bei ca. 53 cm, Richtung Westen kann es sich auf ca. 101 cm erhöhen. Zu beachten ist die Hurrikansaison meist zwischen Juni bis Oktober.
Die Kleidung ist in der Regel ungezwungen, selbst beim Abendessen werden gepflegte Shorts und T-Shirts akzeptiert. In manchen Restaurants werden lange Hosen und Röcke erwartet. Nacktbaden und FKK sind auf den Inseln nicht erlaubt!
Es gibt einige Einkaufszentren (u.a. Port of Call, Turtle Cove) mit Boutiquen und Pubs. In Port of Call finden Sie auch die Bamboo Gallerie und das Artcenter. Somit kommt das Shoppen auch nicht zu kurz.
Fazit
Die Turks- and Caicos sind genau das Richtige für Reisende, die es gerne britisch und karibisch mögen. Durch die vielen Naturschutzgebiete sind auch Naturfreunde hier gut aufgehoben. Taucher werden sich sowieso wohlfühlen und Erholungssuchende werden die einsamen, langen Sandstrände lieben. Ein Schuss Karibikgeschichte hat man ebenfalls. Manch einer wird sich an Johnny Depp und den Fluch der Karibik erinnern.
Auswandern nach Turks- and Caicos ist aber nicht einfach.
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