Anstieg des Meeresspiegels – Nicht nut Holland in Not
(EM) Der Anstieg des Meeresspiegels ist zwar erst seit einigen Jahren in den Schlagzeilen, ist aber schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu beobachten. Im letzten Jahrhundert schätzt man, dass der Meeresspiegel im Durchschnitt weltweit um ca. 18,5 cm gestiegen ist. Erschreckend ist dabei, dass besonders in den letzten Jahren eine Beschleunigung festzustellen ist.
Es liegt nahe, dass es sich um einen spürbaren Effekt der globalen Erwärmung handelt. Hierbei wirken zwei Faktoren zusammen: Erstens schmelzen durch den globalen Temperaturanstieg die Eismassen Grönlands und der Antarktis, sowie die meisten Gletscher. Zweitens dehnt sich das Wasser der Ozeane durch Vergrößerung des Volumens mehr aus. Besonders letzter Faktor wird oft unterschätzt.
Der Meeresspiegelanstieg ist insbesondere so gefährlich, weil Stände abgetragen werden, Stürme mehr Schäden verursachen können, das Meersalz in das Grundwasser eindringt und Überschwemmungen drohen. Insbesondere Inselstaaten drohen durch den Meeresspiegelanstieg ganz von der Landkarte zu verschwinden. Länder wie Nauru, Tuvalu, Kiribati und die Malediven sehen sich daher in ihrer Existenz bedroht und versuchen schon seit längerem die internationale Staatengemeinschaft zu schärferen Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung zu bewegen. Diese Inselstaaten sind aufgrund ihrer geringen Größe und Wirtschaftskraft international auf die politische Unterstützung größerer Länder angewiesen.
Aber auch größere Länder sind betroffen. So ist insbesondere Bangladesch mit fast 150 Mio. Einwohnern ebenfalls ein hauptsächlich flaches Land. Auch in Ägypten, Pakistan und Indonesien leben Millionen von Menschen in flachen Küsten- und Uferzonen. Auch die europäischen Länder wie die Niederlande und Dänemark sind betroffen. Das Festland Dänemark ist genauso wie seine Inseln weitestgehend von Flachland geprägt. Der höchste Punkt liegt bei gerade einmal gut 170 m. Es ist sicherlich kein Zufall, dass gerade auch diese beiden Länder in vielen Bereich Vorreiterollen im Klimaschutz einnehmen.

Bild: Die Niederlande sind eines der flachsten Länder weltweit
Während gerade auch die Niederlande Weltmeister sind, wenn es darum geht den Kampf mit dem Wasser zu führen und technisch in diesem Bereich hochentwickelt sind, werden es die Entwicklungsländer schwerer haben diesem standzuhalten.
Weltweit liegen zwar nur ca. 2 % der Landmasse unterhalb der zehn Meter-Marke, aber gerade dieser Bereich ist überdurchschnittlich stark besiedelt. In dieser Zone befinden sich Metropolen wie New York, London und Tokyo. Auch die indische Megacity Mumbai.
Problematisch ist auch, dass gerade in den betroffenen Entwicklungsländern weitere landwirtschaftliche Flächen wegbrechen würden, wenn sich der Meeresspiegelanstieg fortsetzt. Dass dieser kurz- und mittelfristig gestoppt wird, gilt als unwahrscheinlich, da die Wassermassen des Ozeans nur langsam reagieren werden. Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change), kurz IPCC, schätzt den Anstieg bis zum Jahr zwischen 18 cm und 59 cm. Andere Schätzungen gehen von einem Anstieg bis 1,5 m aus.
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