Ozonloch – Südpolarregion am stärksten betroffen
(EM) Ruhig geworden ist es um das besonders in den 90ern viel diskutierte Ozonloch. Aber das Problem ist immer noch vorhanden und besonders in Neuseeland und Australien allgegenwärtig. Dort verursacht es eine erhöhte Hautkrebsrate und macht Mensch und Tier das Leben schwer.
Von einem Ozonloch spricht man, wenn eine geografisch abgegrenzte deutliche Abnahme der Ozonschicht eintritt. Erstmal wurde dies in den 1970er Jahren für die Südpolarregion festgestellt. In den 1990ern hat man dieses Phänomen aber auch in der Nordpolarregion beobachten können, wenn auch schwächer.
Warum ist die Ozonschicht so wichtig für das Leben auf der Erde? Die Ozonschicht ist einer Teil der Erdatmosphäre, genauer der Stratosphäre. Hier wird durch die energiereiche ultraviolette Strahlung Sauerstoff in Ozon umgewandelt. Diese Konzentration von Ozon absorbiert die gefährliche UV-Strahlung der Sonne. Wenn die Konzentration des Ozons geringer wird, dringt mehr UV-Strahlung bis zur Erde und zu den Lebewesen vor. Auch die Pflanzen werden geschädigt und es kann zu geringeren Ernten kommen. Die Menschen können Hautschäden bis zum Hautkrebs erleiden, auch die Sehfähigkeit bei Mensch und Tier kann Schaden nehmen.

Bild: Ozonloch am Südpol im September 2006
Der Abbau des Ozons wird durch gasförmige Halogenverbindungen verursacht. Insbesondere die vom Menschen verursachten Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind hier oft als Problem genannt. Es gibt aber auch andere Verursacher. Auch das Methylbromid der Kreuzblütengewächse (z.B. Raps) ist als natürlicher Verursacher entdeckt worden. Ebenfalls, zumindest lokale Schäden, können aus Vulkanausbrüchen resultieren.
Durch Satelliten werden die Ozonwerte überwacht. Hierdurch wurde mittlerweile festgestellt, dass die Ozonschicht von Jahr zu Jahr großen Schwankungen unterworfen ist. Zwischenzeitlich hatte man schon geglaubt, das Problem sei gelöst, dann war das Ozonloch plötzlich wieder am Höhepunkt seiner bisher größten Ausdehnung.
Auf Grund der geografischen Verhältnisse des Südpols ist die Südpolarregion anfälliger für ein Ozonloch als die Nordpolarregion. Dies hängt insbesondere mit dem Phänomen der Polarwirbel und er stratosphärischen Wolken zusammen.
Als politische Reaktion auf das Umweltproblem, kam es 1987 zum Montrealer-Protokoll. Die Unterzeichnerstaaten verpflichteten sich dort, chlor- und bromhaltige Chemikalien zu reduzieren bzw. abzuschaffen. Außerdem soll bei der Forschung zusammengearbeitet werden und die Entwicklungsländer unterstützt werden.
Insgesamt wurde festgestellt, dass sich das Ozonloch langsam schließt. Die internationalen Verträge werden weitgehend befolgt, aufgrund Langlebigkeit der ozonzerstörenden Stoffe ist jedoch erst ab 2050 mit einer wirklichen Erholung der Ozonschicht zu rechnen.
Neuseeland und Australien liegen in Polnähe und sind besonders vom Ozonloch betroffen. Die Hautkrebsrate ist sehr hoch und in den Nachrichten wird die Burnig-Time durchgegeben. Das ist der Zeitraum (meist nur wenige Minuten!), in dem man sich in der Sonne aufhalten kann ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Spezielle Sonnschutzcremes und Sonnebrillen wurden in diesen Ländern entwickelt, außerdem wird empfohlen einen Sonnenhut und langärmelige, weite Kleidung zu tragen.
Am stärksten betroffen vom antarktischen Ozonloch sind Australien und Neuseeland in der Regel in den Monaten September bis Dezember. Neben diesen Ländern sind auch Südafrika und Südamerika (Chile, Argentinien) von Auswirkungen des Ozonlochs betroffen. Leider kann aber auch für Deutschland keine generelle Entwarnung gegeben werden, denn auch in unseren Breiten können Ozon-Minilöcher, meist im Frühling, auftreten.
Es empfiehlt sich dann auch hier entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
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