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Papageitaucher – die treuen Clowns der Lüfte

(EM) Die Papageitaucher zählen sicherlich zu den Lieblingen eines Urlaubs auf Island, den Färöern oder anderen Gegenden Nordeuropas und Kanadas. Dort leben sie nämlich in großen Kolonien, wobei sie sich im Winter nach Südafrika und Neuseeland verabschieden. Man findet sie während der Brutzeit in felsigen Küstengebieten, sonst auf der offenen See.

Papageitaucher gelten als monogam und bleiben sich ein Leben lang treu. Im Winter geht man getrennte Wege, findet im Frühjahr aber wieder zueinander. Findet man sich nicht , werden neue Partner gesucht. Die putzigen Vögel gehören der Familie der Alkenvögel an und sind Teil der Gattung der Lunde. Auf Island und den Färöern nennt man sie auch fast so, nämlich Lundi. Im englischsprachigen Raum wie Irland, den Shetlands, der Isle of Man und verschiedenen kleineren Inseln nennt man sie Puffins.

Neben diesen Regionen gibt es u.a. auch Papageitaucher-Kolonien in der Bretagne, Neufundland und Labrador. Außerdem auch auf Røst, Spitzbergen, Bjørnøya, Jan Mayen, den Lofoten, Grönland, Maine und Nova Scotia. Auf der Insel Runde befindet sich die südlichste Kolonie Skandinaviens. Das Federkleid der Papageitaucher ist am Rücken schwarz, auf der Brust weiß. Der Name lehnt an den papageiartigen Schnabel an, um das Auge sind sie schwarz markiert. Der Kopf ist in Relation zum Körper groß, der Hals kurz. Dadurch wirken die Tiere ein wenig plump. Sie werden meist ca. 30 cm groß und haben eine Flügelspannweite von 60 cm. Erwachsen wiegen sie ca. 550 g und erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 80 km/h.

Obwohl die Papageitaucher Vögel sind, liegt ihre Stärke im Schwimmen. Sie sind exzellente und flinke Taucher und ernähren sich von Heringen, Lodden, Sandaalen und Sprotten. Bis zu 58 m können sie in die tiefe tauchen. Mit ihrem kräftigen Schnabel können sie auch Krebse und andere Krustentiere knacken und verzehren. Haben sie einen Fisch gefangen, wird er quer im Schnabel gehalten und mit der Zunge gegen den Oberschnabel gedrückt. So können sie ihre Jagd ohne aufzutauchen fortsetzen und bis zu zehn kleine Fische sammeln.

Auf dem Weg zum Nest werden sie oft von Möwen provoziert und attackiert, in der Hoffnung, dass sie den Schnabel öffnen und die Möwe das Futter klauen kann. Manche Möwen fressen je nach Größe den Papageitaucher gleich mit.

Die Papageitaucher brüten in Kolonien in einer natürlichen oder selbst gegrabenen Höhle. Je nachdem werden auch verlassene Kaninchen und Sturmtaucher-Nester genutzt. Die selbst erstellten Höhlen werden vom Männchen und Weibchen mit dem Schnabel und den Krallen eingegraben. Oft entstehen dadurch regelrechte Höhlensysteme, mit einem Eingang für mehrere Familien. Mit einem Durchmesser von ca. 15 cm können diese Höhlen mehrere Meter lang sein. Am Ende der Röhre liegt das Ei (65-70 mm) auf trockenem Gras, Pflanzen und Federn. Die Brutzeit beträgt ca. 35 Tage, falls die Mutter umkommt übernehmen jüngere Ersatzmütter ohne eignen Kinder die Aufgabe.

Nach ca. sechs Wochen verlassen die Jungvögel das Nest und werden dann auch nicht mehr von den Eltern gefüttert. Obwohl sie ein wenig schwimmen können, müssen sie das Fliegen dann erst erlernen. Gerade in dieser Zeit sind sie ein leichtes Opfer für Möwen. 

Aber auch der Mensch hat sie auf dem Speiseplan: Die Papageitaucher gelten insbesondere in Island und den Färöern als Delikatesse. Sie werden aus ihren Höhlen gezogen, mit Käschern bei ihren Rundflügen oder auch mit Netzen gefangen. Früher wurden auch die Lundenhunde  zur Jagd eingesetzt. Diese Hunde werden seit langem nicht mehr eingesetzt. Sie haben als einziger Hund sechs Zehen, die ihm dabei halfen sich an den Felswänden festzukrallen. Sie können außerdem ihre Ohren verschließen, so dass kein Sand und keine Flüssigkeit eindringen können. Damit sie den Vogel nicht verletzten haben sie auch weniger Zähne als andere Hunde.

Die Isländer essen ihre Lundis zwar, haben aber trotzdem ein besonderes Verhältnis zu den Tieren. Auf der Westmännern-Insel Heimaey, dort sind in den Sommerferien die Kinder in den Nächten unterwegs um bei Flugversuchen verunglückte Jungtiere einzusammeln und wieder gesund zu pflegen. Noch gibt es zwar Millionen von Papageitauchern, aber ihre Zahl geht besonders in den südlichen Regionen wie der Bretagne und den britischen Inseln zurück. Man vermutet, dass dies eine der vielen Folgen der Klimaerwärmung ist: Der Sandaal, die Hauptnahrungsquelle der Clowns der Lüfte zieht in kühlere Gewässer Richtung Norden. Davon sind dann auch die Lundis betroffen.

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