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Zypern – Ewiger Frühling auf der Insel der Aphrodite

zypern

Basiswissen zu Zypern

Zypern ist mit einer Fläche von 9.251 qkm nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer. Die Insel liegt vor der Türkei und Syrien. Geografisch gehört sie zwar zu Asien, kulturell wird sie jedoch Europa zugerechnet. Das Kfz-Kennzeichen und die Internet-TLD ist cy.

Zypern ist eine verhältnismäßig grüne Insel und gilt als waldreichste im Mittelmeer. Das Klima ist mediterran mit sehr trockenen Sommern. Regen fällt in der Regel zwischen Dezember und April. Zypern leidet unter Wassermangel und hat daher einige Meerwasserentsalzungsanlagen errichtet. Als Urlaubsziel kann Zypern wegen des milden Klimas und den angenehmen Wassertemperaturen quasi ganzjährig bereist werden.

Die Insel wurde 1960 von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen, nach einer Intervention der Türkei wurde der Norden der Insel türkisch besetzt. 1983 wurde dann die Türkische Republik Nordzypern gegründet. Seitdem ist die Insel zwischen dieser und der Republik Zypern geteilt. 2004 trat Zypern der EU bei. Die Briten besitzen noch die Militärstützpunkte in Akrotiri und Dhekelia.

karte von zypern

Zypern hat heute ca. 800.000 Einwohner im Süden und 250.000 Einwohner im Norden. Bezahlt wird in der Republik Zypern mit dem Euro (€), im Norden mit der türkischen Lira. Die griechischen Zyprioten sind hauptsächlich griechisch-orthodox, die türkischen Zyprioten muslimisch. Es gibt auf Zypern u.a. auch Minderheiten von Maroniten und Katholiken.

Die Wirtschaft in Zypern ist stabil. Nur noch wenige sind in der Landwirtschaft tätig. Die Republik Zypern hat sich als Finanzdienstleistungszentrum und Steueroase etabliert. Der Tourismus ist ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Unsere Reise

Nach Zypern wollte ich schon immer einmal. Durch die griechische Mythologie und die Werbung des Fremdenverkehrsamtes wusste ich, dass es die Insel der Aphrodite und der Schönheit sei. Das klang vielversprechend und musste vor Ort untersucht werden.

Mein Kumpel Carsten und ich buchten also 2 Wochen Glückshotel (3-4 Sterne), Halbpension inkl. Flug. Das Angebot war bezahlbar, auch für Azubis und hörte sich nicht schlecht an. Es ging los von Düsseldorf mit einer Airline, deren Name neutral klang. Sie war auch neutral und brachte uns nach einem Zwischenstop in Pafos, ebenfalls auf Zypern nach Limassol. Ich hatte Glück, neben mir saß eine waschechte und hübsche Zypriotin in meinem Alter aus Neuss. Sie erzählte mir auf dem Flug einiges über ihre Familie in Zypern und über die Situation auf der Insel. Nach ihrer Telefonnummer habe ich nicht gefragt.     

Es war schon ein wenig merkwürdig, dass unsere Maschine für die gut 60 km zwischen Pafos und Larnaca noch einmal in die Luft musste. Aber so hatte sich das der Reiseveranstalter ausgedacht. Amüsant war, dass wir erst am Flughafen Larnaca erfuhren, wo unser Hotel liegt.

larnaca airport

Bild: Der Flughafen von Larnaca

Aber das läuft bei Glücksreisen anscheinend so und so sagte man uns, dass wir nach Protaras in ein 3-Sterne Hotel kommen. Für uns war das okay, andere Gäste mussten allerdings mit dem Bus nun wieder nach Pafos. Ja, richtig- genau in den Ort, wo wir vor 2 h zwischengelandet waren. Für die war das nicht okay, was ich auch nachvollziehen konnte. Trotzdem, ehe wir uns zu früh über unser Glück freuten, warteten wir gespannt was uns denn in Pafos erwarten würde.

Nach fast zwei Stunden Busfahrt im Dunkeln und zahlreichen Zwischenstopps erreichten endlich auch wir unseren Bestimmungsort. Wir waren, außer dem Busfahrer die letzten Verbleibenden im Bus gewesen. Vor dem Hotel wehten die Flaggen von Zypern, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Dies machte mich als Skandinavienfan hoffnungsvoll. Am Empfang begrüßte uns eine überdrehte, braungebrannte Finnin. Sie war sehr freundlich aber ihr Englisch klang phantasievoll. An Vokabeln war sie uns weitaus überlegen, die Betonung der englischen Worte war allerdings nicht ihre Stärke. Die Formalitäten könnten wir aber dennoch reibungslos durchführen und bekamen unseren Zimmerschlüssel ausgehändigt.

Das Leben in Little Sweden

Zu unserer Erleichterung stellten wir zwei Jungs fest, dass unser Zimmer getrennte Betten hatte und über eine Klimaanlage verfügte. Damit stand der Urlaub unter einem guten Stern. Wir bekamen sogar noch ein lauwarmes aber leckeres griechisches Abendessen mit Suvlaki, Gyros, Salat und gebackenen Kartoffeln. Das war mindestens genauso lecker wie das Essen beim Griechen um die Ecke!

Das Essen im Hotel war im ganzen Urlaub sehr schmackhaft. Als Freunde der griechischen Küche waren wir auf Zypern richtig. Einmal in der Woche wurde gegrillt und es gab Buffet. Das war natürlich das Highlight, denn dann konnte man von allem essen soviel man wollte. An den anderen Tagen gab es landestypische Menus, die aber auch ausreichten um satt zu werden.

Unser Hotel war zu 95% mit Gästen aus Skandinavien besetzt. Dies war nichts ungewöhnliches, denn Zypern war insgesamt sehr auf den britischen und nordeuropäischen Tourismus eingestellt. Protaras hatte einige sehr gute englische Pubs. Hier konnte man britischen Fußball im Fernsehen verfolgen und sich dabei an Kilkenny und Guiness erfreuen. Englische Trikots waren das meistgetragenen Kleidungsstück. Hin und wieder fand man auch mal ein Bayerntrikot oder ein Oranjetrikot.

Die Skandinavier ansich gelten als ruhige, naturliebende Individualisten. In Zypern rotteten sie sich allerdings schnell zu Horden zusammen, die auch schon einmal etwas lauter wurden. Amtssprachen in unserem Hotel waren in folgender Reihenfolge vertreten: Schwedisch, Finnisch, Dänisch und im Ausnahmefall Englisch. Wenn man sich zum Beispiel nachmittags zum Sonnen an den Pool legte, hatten die Schweden und Finnen gerade Bingo-Time.  Dies war zugegeben trotz meiner Sympathie für Skandinavien schon etwas nervig. Neben unserem Hotelzimmer war ein dänisch-polnisches Ehepaar aus Berlin untergebracht. Die waren sehr nett und waren genauso wie wir immer erfreut von den abendlichen schwedischen Karaokeversuchen am Pool.

Einige Deutsche Ehepaare waren allerdings ebenfalls im Hotel untergebracht. Mit ihnen verstanden wir uns prima und setzten uns zum Abendessen immer zusammen. Es war ganz lustig, denn unser Tisch war von 6 großen skandinavischen Tischen umzingelt und bildete eine ausgleichenden, ruhenden Pol zwischen den einzelnen Wikingerlagern. Die Zyprioten wussten dies zu schätzen und behandelten uns mit ausgesuchter Freundlichkeit und Fürsorge. Mit den Angestellten, die zum Teil jünger als wir waren, haben wir wirklich viel gelacht und wenn wir Anliegen hatten wurden die immer umgehend erledigt. 

Einmal in der Woche gab es einen Folkloreabend. Das war ganz witzig, wobei es etwas albern war, wie die Zyprioten dann die Urlauber in einer Polonaise zu ihrer Musik tanzen schickten. Eine besondere Erfahrung war auch, dass wir unser benutztes Toilettenpapier nicht herunterspülen durften, sondern es in einem dafür vorgesehenen Behälter auf dem WC lagerten. Dies ist wohl auf Zypern wegen der dünnen Abwasserrohre oft notwendig.

Soviel zum Hotelleben. Dies ist aber sicher in jedem Hotel anders. Wenn man einen Hotelurlaub macht, also einen klassischen Pauschalurlaub, würde ich aber keine Glücksreisen mehr machen. Es ist schon wichtig, dass man sich über das Hotel vorher informieren kann. Heute bin ich aber sowieso eher der Typ, der den Urlaub in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus vorzieht.

Ausflüge und Sehenswürdigkeiten

Protaras, unser Wohnort ist ein reines Touristendorf. Er gehört zu Paralimni, das ca. 7 km entfernt. In Protaras selbst gibt es Hotels, Pubs, Tavernen und Shops. Die Sandstrände in der Umgebung sind sehr schön. Außerhalb gibt es ein Aquarium, wo man verschiedenen Fischarten der Ozeane bewundern kann. Außerdem gibt es dort Krokodile, Seepflanzen und ein Antarktisgebäude mit Pinguinen.

Ausflüge haben wir nach Nikosia, Pafos, ins Troodos-Gebirge und Limassol gemacht. Wer einen Mietwagen nutzt, sollte aus gesundheitlichen Gründen bedenken, dass die Zyprioten leider auch wie die Briten Falschfahrer sind. Es herrschte also Linksverkehr in der ehemaligen Kolonie der Briten.

Die Hauptstadt Nikosia (Lefkosia) ist leider auch wie der Rest der Insel geteilt in einen griechischen und türkischen Teil. Wir beschränkten unsere Reise der Einfachheit halber auf den griechischen Teil. Im August war es brütend heiß und dementsprechend träge wanderten wir durch die Innenstadt. Unsere Hauptbeschäftigungen waren eigentlich trinken, Getränke kaufen und trinken sowie Schatten suchen und dort Getränke zu sich nehmen. Etwas gebummelt haben wir auf der Makarios Avenue und in der Ledra Street. Aus den Nachrichten kannten wir sonst nur die weißen Fahrzeuge mit der Aufschrift UN. Dies erinnerte uns daran, dass wir in einer Stadt mit nicht ganz einfacher Historie und Gegenwart waren.

Die Altstadt von Nikosia wird von der Venezianischen Festungsmauer sternförmig umschlossen. Beeindruckend war das Archäologische Museum (Zypern-Museum) etwas außerhalb der Altstadt. Hier wurde uns ein guter Eindruck über die Vergangenheit der Geschichte Zyperns vermittelt. Unter anderem findet man hier die Aphrodite von Soloi und die Königsgräber von Salamis. Direkt neben dem Erzbischöflichen Palast under Makarios III- Statue steht die Johannes-Kathedrale. Besonders interessant ist auch das nahe Ikonenmuseum. Hier hat der Erzbischof Makarios III und erste Präsident Zyperns byzantinische Ikonen aus dem ganzen Land gesammelt.

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Bild: Der Erzbischöfliche Palast in Nikosia

Paphos, im Südwesten gelegen war ein weiteres Ausflugsziel. Wahrzeichen von Paphos ist das mittelalterliche Kastell am schönen Hafen. Beeindruckend sind jedoch die antiken Überbleibsel der Stadt. Die Bodenmosaike in Paphos im archäologischen Park sind interessant.

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Bild: Ein Bodenmosaik des Dionysos (Gott des Weines) in Paphos

Sie stellen verschiedene Szene und Gestalten aus der griechischen Mythologie dar. Einige hundert Meter entfernt findet man das Odéon, ein antikes Freilichttheater. Die Königsgräber von Paphos haben wir uns ebenfalls angeschaut. Sie sind Weltkulturerbe der UNESCO.

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Bild: Das Kastell und der Hafen von Paphos

In der Nähe von Paphos befindet sich übrigens der Aphrodite-Felsen (Petra tou Romiou) im Meer. Hier soll die schaumgeborene Göttin Aphrodite an Land gegangen sein.

Der Ausflug ins Troodos-Gebirge war eine besondere Erfahrung. Zunächst einmal war das Klima in der Höhenlage angenehmer als an der Küste (oder gar Nikosia). Das Troodos-Gebirge bietet schöne Wandermöglichkeiten, hübsche Dörfer und einige Sehenswürdigkeiten. Die Landschaft ist geprägt durch Berghänge mit Aleppo-Kiefern, Zedern und Platanen. Hier leben Adler, Füchse und sogar noch das seltenen Zypern-Mufflon. Im Troodos steht auch der höchste Berg Zyperns, der Olympos (1.952 m). Auf dessen Spitze steht eine britische Radarstation. Besonders faszinierend ist jedoch die Tatsache, dass sich hier ein Skigebiet befindet. Zwischen Januar und März kann man hier in der Regel Abfahrt oder Langlauf fahren.

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Bild: Troodos im Winter: Ein zugegeben nicht erwartetes Bild von Zypern

Eine weitere Hauptattraktion im Troodos ist das Kykkos-Kloster. Auf ca. 1.200 m gelegen, liegt es mitten im Troodos und ist leider kein Geheimtipp. Sowohl Zyprioten als auch Ausländer haben dieses Ziel für sich eingenommen. Es beherbergt eine Ikone der Jungfrau Maria. Etwas weiter bergauf findet man das Grab von Erzbischof Makarios III, dem ersten Präsidenten Zyperns. 

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Bild: Das Kykkos-Kloster ist das bekannteste Kloster Zyperns

Ayia Napa (Agia Napa) ist einer der bekanntesten Ferienorte auf Zypern. Hier gibt es schöne Sandstrände und einen schönen Hafen. Außerdem ein sehenswertes Kloster und ein Museum für Meeresbiologie. Besonders bekannt ist Ayia Napa aber für sein Nacht- und Partyleben in der Saison. Dann feiern hier Skandinavier, Engländer, Osteuropäer und andere Party.

Fazit

Zypern ist für geschichtlich interessierte Besucher genau so interessant, wie für Leute die gerne wandern oder Badeurlaub machen. Es gibt viele schöne Strände, das Wetter erlaubt die Insel ganzjährig zu bereisen. Mit dem grünen Troodos-Gebirge hat es gegenüber anderen Mittelmeerinseln sicher einen großen Vorteil. Beste Reisezeit  für Zypern ist April bis Oktober, Juli und August sind allerdings sehr heiß.

Wer früh morgens das Licht der neuen Tagessonne über das ruhige Meer leuchten sieht, wird verstehen, warum Zypern etwas Besonderes ist. Auswandern nach Zypern, sicher auch denkbar.

(c) Eric Meier. Kontaktieren Sie den Autor unter eric(at)auswandern-nach.net

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